Risiko für Steuerdaten: BSI entdeckt 97 Sicherheitsmängel in Steuererklärungsapps

Zu den identifizierten Mängeln zählen fehlende 2FA-Optionen, unzureichende Passwortrichtlinien und keine regelmäßigen Updates.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Das BSI hat neun Steuererklärungsapps auf IT-Sicherheitsmängel untersucht.
Das BSI hat neun Steuererklärungsapps auf IT-Sicherheitsmängel untersucht. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat neun verschiedene Steuererklärungsapps für Mobilgeräte einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen und dabei nach eigenen Angaben 97 IT-Sicherheitsmängel identifiziert – darunter 75 mit einem CVSS-Score bewertete Schwachstellen. Die Mängel seien aber "im Wesentlichen behoben" worden, teilte die Behörde mit.

Zu den erkannten Problemen gehörten Datenübermittlungen an Drittanbieter, die Verwendung veralteter Software und mangelhafter Cookie-Konfigurationen sowie das Fehlen regelmäßiger Updates. Sechs Prozent aller identifizierten Sicherheitsmängel seien auf das Fehlen einer Option zur Nutzung der Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) zurückzuführen.

Fünf Prozent aller Mängel beträfen außerdem unzureichende Passwortrichtlinien sowie das Fehlen einer Blacklist für häufig verwendete oder kompromittierte Passwörter. In Kombination mit der fehlenden 2FA-Option stelle dies ein erhebliches Risiko für die IT-Sicherheit der Steuerdaten von Verbrauchern dar, warnte die Sicherheitsbehörde.

Immer mehr Steuererklärungen werden per App eingereicht

Dem ausführlichen Untersuchungsbericht (PDF) zufolge stach eine der neun Steuererklärungsapps positiv heraus – sie kam auf lediglich zwei Schwachstellen der Schweregrade mittel und niedrig sowie eine rein informative Feststellung. Der Name dieser App wurde allerdings nicht genannt, ebenso wenig wie die Namen der übrigen acht.

Die Verbreitung solcher Anwendungen nehme zu, erklärte das BSI mit Verweis auf eine vom Digitalverband Bitkom durchgeführte Umfrage: Der Anteil der per App abgegebenen Steuererklärungen stieg demnach von vier Prozent im Jahr 2022 auf acht Prozent im Jahr 2023 an – eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres.

BSI fordert Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen

Das BSI erklärte, es habe die Ergebnisse seiner Untersuchung an die betroffenen Appanbieter weitergeleitet und "in einem kooperativen Dialog mit ihnen gemeinsam an der Behebung gearbeitet". Von den Herstellern forderte die Behörde, verwendete Verschlüsselungsverfahren periodisch zu überprüfen und Anmeldeprozesse durch geeignete Maßnahmen abzusichern, etwa durch 2FA und strenge Passwortregeln.

Ferner drängt das BSI auf die Einhaltung der Grundsätze der Datensparsamkeit und Zweckbindung sowie die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsprüfungen seitens der Appanbieter. Letztere sollten Drittanbieterkomponenten wie Betriebssysteme, Softwarebibliotheken, Hardwaremodule oder Clouddienste vor deren Verwendung einer Sicherheitsbewertung unterziehen.

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