RISC-V: Sifive will den Umsatz 2024 vervielfachen
Nach einem verlustreichen Jahr soll es 2024 bei Sifive steil bergauf gehen: Der Umsatz mit RISC-V-Kernen soll sich vervielfachen, sogar ein Börsengang wird diskutiert.
Das Jahr 2023 beendete Sifive tief in den roten Zahlen: Ausgaben von 148,9 Millionen US-Dollar standen Einnahmen von nur 38,2 Millionen US-Dollar gegenüber. Das berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg nach einem Blick in interne Finanzdokumente des Unternehmens. Die Folge: Das Unternehmen, das Prozessorkerne für den RISC-V-Befehlssatz entwickelt und vermarktet, musste im Oktober 2023 20 Prozent seiner Belegschaft entlassen.
Schlecht sieht es für das Unternehmen dennoch nicht aus: 2023 wurden Verträge im Wert von 186 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Problem dabei ist für Sifive, dass dieses Geld über einen längeren Zeitraum fließt. Denn wie Konkurrent ARM kassiert auch Sifive zweimal: zunächst Lizenzgebühren für den Zugriff auf die entwickelten Kerne, das sogenannte Intellectual Property (IP), und dann einen festen Betrag pro verkauftem Chip. Letztere Zahlung wird im englischen Sprachraum zur Unterscheidung royalty genannt, das Geld fließt über Jahre verteilt.
2024 sollen die Abgaben aus dem Verkauf von Chips deutlich anziehen, auch mit dem Lizenzgeschäft will Sifive mehr verdienen als insgesamt 2023: Es soll auf 60 Millionen US-Dollar wachsen. Insgesamt erwartet die Unternehmensleitung einen Umsatz von 241 Millionen US-Dollar, das Volumen an Neuverträgen soll mit mindestens 180 Millionen US-Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.
Weiteres Geld könnte ein Börsengang einbringen, den die Unternehmensführung laut Bloomberg diskutiere. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Die Finanzierung des Unternehmens sieht Sifive auch ohne neues Kapital auf Jahre gesichert.
Große Kerne wird Sifive kaum los
Sifive versucht, wie auch Konkurrent ARM, möglichst viele Bereiche abzudecken: Eine eigene 512-Bit-Vektoreinheit für KI-Anwendungen, ASIL-zertifizierte Kerne für die Automobilbranche und der 2023 vorgestellte P870-Kern sollen sich als Hochleistungsvariante etwa für Server-Prozessoren eignen und ARMs Neoverse Konkurrenz machen.
So richtig gelingt das bislang allerdings nicht: Verglichen mit ARM ist Sifive noch immer ein Zwerg, die Briten erwarten für das 2024 endende Fiskaljahr einen Umsatz von etwa 3,2 Milliarden US-Dollar. Das geht aus dem letzten Quartalsbericht (PDF) hervor. Besonders die leistungsfähigen Kerne konnte Sifive bislang nicht in Produkte bringen – und die zusammen mit Intel entwickelte Plattform Horse Creek lässt weiter auf sich warten, auch wenn Unternehmenskunden schon Muster erhalten haben sollen.