Einheitliche Architektur bleibt attraktiv

Es stellt sich die Frage: Warum entwickeln chinesische Unternehmen nicht einfach ihre eigene Architektur? Die Antwort darauf besteht aus zwei Teilen. Erstens: Es ist teuer, alles selbst zu machen. Ein Befehlssatz besteht nicht einfach nur aus ein paar binären Codes, die sich Entwickler ausdenken. Es müssen auch Compiler sowie IP-Cores entwickelt und Betriebssysteme angepasst werden.

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Wenn dies eine breite Entwicklerbasis erledigt, verteilen sich die Kosten auf mehrere Schultern. Die Zahl der Schultern wiederum hat auch mit dem zweiten Teil der Antwort auf obige Frage zu tun: Produkte mit einer rein in China entwickelten ISA lassen sich kaum exportieren. Lässt sich allerdings für den in China entwickelten Prozessor auch in Europa problemlos Software beziehen, steigert das seine Attraktivität. Und für die Verfügbarkeit der Software ist wieder die Nutzerbasis entscheidend: Mehr Nutzer bedeuten mehr Anreiz, Software zu entwickeln oder anzupassen.

Die Entscheidungen großer Unternehmen wie Hisilicon oder Alibaba, ihr klassisches ARM-Portfolio mit RISC-V zu erweitern, sind also durchaus weitsichtig. Sollten die US-Sanktionen weiter angezogen werden, hätten sie eine Alternative in der Hinterhand - die sich sogar exportieren lässt.

Es bleibt mehr Geld im Land

Aber nicht nur in China ist das Interesse an RISC-V groß. Auch Indien zeigt großes Interesse, eigene RISC-V-Prozessoren zu entwickeln. Für Schwellenländer ist das ein wichtiger Schritt zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Eigene Prozessordesigns machen es möglich, einen größeren Teil der Wertschöpfung im Land zu behalten.

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Zudem sind die Margen bei Prozessordesigns enorm: Bei ARM lag sie im ersten Quartal 2022 bei 58 Prozent. Mit Entwicklung lässt sich also noch mehr Geld verdienen als mit Fertigung allein. Unternehmen aus Indien und China haben hier die Möglichkeit, die vorherrschenden Unternehmen aus den USA, Japan und Europa mit eigenen Designs wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Mit kostengünstigen Lösungen können sie ihnen, wenn die Leistung stimmt, Marktanteile abringen. Der Export von IP-Cores aus China - beispielsweise Alibabas Entwicklungsplattform Wujian 600 - ist für die US-Regierung wesentlich schwerer zu unterbinden als der Import von Technologie und Maschinen.

Allerdings werden sich die aktuell dominierenden Unternehmen nicht so leicht geschlagen geben. Intel beispielsweise investiert ebenfalls groß in RISC-V - natürlich nicht uneigennützig. Ziel ist es, Unternehmen an die eigene Halbleiterfertigung zu binden, denn der Umstieg auf einen anderen Fertigungsprozess verursacht hohe Kosten.

Das führt dazu, dass bei RISC-V Akteure aus vielen Nationen aktiv sind. So kann ein Prozessorbefehlssatz angesichts politischer Spannungen zumindest technisch die Welt zusammenhalten.

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 RISC-V: Nicht nur frei, sondern sanktionsfrei
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Gormenghast 31. Aug 2022 / Themenstart

Auch Russland dürfte Interesse an der ISA haben, womit dann schon das RIC in BRICS im...

/mecki78 30. Aug 2022 / Themenstart

Leider nicht und kann ich jetzt auf Anhieb auch nicht finden. Aber um zu zeigen, das...

jhi (Golem.de) 29. Aug 2022 / Themenstart

Es ist eine komplette Plattform zur Entwicklung von SoCs auf Basis von Alibabas eigenen...

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