Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

RISC-V: Google, HPE und Oracle investieren in ARM-Konkurrent

Die moderne Chip-Architektur RISC-V könnte eine Konkurrenz für ARM oder MIPS werden. Das akademische Forschungsprojekt bekommt nun starke Unterstützung durch Unternehmen wie Google oder Oracle. Chiphersteller und Zulieferer beteiligen sich ebenfalls.
/ Sebastian Grüner
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
RISC-V bekommt starke Unterstützung aus der Industrie. (Bild: RISC-V)
RISC-V bekommt starke Unterstützung aus der Industrie. Bild: RISC-V

Seit 2010 arbeiten Forscher der UC-Berkeley mit der Architektur RISC-V an einem modernen Befehlssatz für Computerchips, der zumindest in Teilbereichen eine Konkurrenz für bestehende ARM- und MIPS-Architekturen werden könnte. Das Design wird nach Open-Source-Prinzipien entwickelt und bekommt nun dank eines Industriekonsortiums finanzstarke Sponsoren, wie die EE-Times berichtet(öffnet im neuen Fenster).

Zu den Mitbegründern des Konsortiums, das sich dem Bericht zufolge noch im Aufbau befindet, gehören demnach Industriegrößen wie Google, Oracle oder Hewlett Packard Enterprise (HPE), das aus einer Aufspaltung von HP hervorging. Unter den Unterstützern finden sich aber auch die Halbleiterhersteller Lattice(öffnet im neuen Fenster) und Microsemi(öffnet im neuen Fenster) sowie Bluespec(öffnet im neuen Fenster), welches verschiedene Werkzeuge zum Testen einer Hardware-Umsetzung anbietet.

Das nächste Arbeitsgruppentreffen(öffnet im neuen Fenster), das zur Diskussion der Architektur und Weiterentwicklung des Konsortiums dienen soll, wird kommende Woche in Oracles eigenem Konferenzzentrum abgehalten. Zu den bereits angekündigten Vorträgen gehört die Vorstellung eines möglichen SoC für HPC (High Performance Computing). Intel und HPE erläutern die Unterstützung von RISC-V in UEFI, wohl für eventuelle Serverplattformen und Google erörtert die Verwendung von Chips der Architektur mit Coreboot. Letzteres wird unter anderem in Chromebooks als Firmware verwendet.

Die recht konkreten Vortagsthemen lassen darauf schließen, dass die beteiligten Unternehmen zumindest ergründen, ob und wie die Architektur kommerziell verwertet werden könnte. Noch erscheint eine Ablösung von Chips der MIPS- oder ARM-Architekturen durch RISC-V mittelfristig allerdings schwer vorstellbar. Immerhin gibt es bisher erst einen einzigen Chip der Architektur, der kommerziell genutzt wird – in einer Kamera.


Relevante Themen