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Rio 2016: Fancybear veröffentlicht medizinische Daten von US-Sportlern

Vertrauliche medizinische Daten von US-Sportlern stehen im Netz. Angeblich russische Hacker haben mehrere Datensätze veröffentlicht, die Unregelmäßigkeiten bei Dopingkontrollen beweisen sollen. Die Wada ist entsetzt – und spricht von legalen Ausnahmegenehmigungen.
/ Hauke Gierow
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Vertrauliche Informationen über Serena Williams wurden veröffentlicht. (Bild: Chris Trotman/Getty Images)
Vertrauliche Informationen über Serena Williams wurden veröffentlicht. Bild: Chris Trotman/Getty Images

Eine Hackergruppe hat vertrauliche medizinische Informationen mehrerer prominenter US-Sportler veröffentlicht, darunter die Tennis-Spielerinnen Venus und Serena Williams. Diese sollen Medikamente genommen haben, die auf der Dopingliste stehen, aber auf Grund von Ausnahmegenehmigungen keine Strafen dafür erhalten haben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zeigt sich empört(öffnet im neuen Fenster).

Die Angriffe werden der Hackergruppe Fancybear zugeschrieben, die auch unter der Bezeichnung APT 28 bekannt ist. Sicherheitsforscher merken immer wieder an, dass die Taten der Gruppe häufig den außenpolitischen Zielen Russlands dienen. Den Veröffentlichungen der Gruppe zu Folge haben zahlreiche US-Sportler Medikamente von der Dopingliste eingenommen und wiesen von der "Norm abweichende Analyseergebnisse" auf.

Weil Ihnen aber eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, wurden Sie nicht bestraft. Wada und die Sportler geben an, dass alle Genehmigungen korrekt beantragt wurden. Veröffentlicht wurden Informationen über Venus und Serena Williams, außerdem von der Turnerin Simone Biles. Die Gruppe hat weitere Veröffentlichungen angekündigt.

Im Falle des Radfahrers Lance Armstrong wurde Doping nachgewiesen, der Sportler hatte positive Dopingproben teilweise mit gefälschten, rückdatierten Verschreibungen von Medikamenten wie Cortison erklärt(öffnet im neuen Fenster).

Gehackt wurde das Anti-Doping Administration and Management System (ADAMS) der Organisation. Dort sind Informationen über Dopingproben, Ausnahmeregelungen und andere medizinische Informationen von Sportlern gespeichert. Den Zugang zu dem System sollen sich die Angreifer per Spear-Phishing besorgt haben. Es sollen nur Informationen im Zusammenhang mit den olympischen Spielen von Rio kompromittiert worden sein.

Account von Whistleblowerin übernommen

Die Wada geht davon aus, dass dafür kopierte Zugangsdaten des Accounts von Yuliya Stepanova verwendet wurden. Stepanova hatte als Whistleblowerin Informationen über von Russland durchgeführtes Staatsdoping veröffentlicht. Sie und ihre Familie wurden daraufhin massiv bedroht, Stepanova lebt derzeit an einem unbekannten Ort. Die Zulassung zu den olympischen Spielen unter der olympischen Flagge wurde ihr verwehrt.

Die Veröffentlichung der Daten könnte eine Vergeltungsaktion der russischen Seite sein. Zahlreichen russischen Sportlern wurde wegen der Doping-Enthüllungen die Teilnahme an den olympischen Spielen verwehrt, bei den derzeit laufenden paralympischen Spielen wurde sogar das komplette russische Team ausgeschlossen. Der Kreml bestreitet, dass die russische Regierung in den Vorfall involviert sei.


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