Ringe weg: Audi plant radikalen Umbruch in China und Deutschland

Im Reich der Mitte geht Audi einen für die Traditionsmarke ungewöhnlichen Weg. In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatskonzern Saic entwickelt das Unternehmen eine neue Elektromarke - ohne die charakteristischen vier Ringe im Logo.
Der neue AUDI E concept soll innerhalb von nur drei Jahren entwickelt worden sein. Vorstandschef Gernot Döllner betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsteams in Ingolstadt und Schanghai. Die neue Marke in China heißt AUDI - großgeschrieben und die Ringe werden nicht mehr verwendet, berichtet die FAZ(öffnet im neuen Fenster) .
Herausforderungen im Heimatmarkt
Die Situation am Stammsitz Ingolstadt gestaltet sich zunehmend schwierig. Nach Informationen des Manager Magazins(öffnet im neuen Fenster) plant der Vorstand ein umfangreiches Sparprogramm. Allein in der Entwicklungsabteilung könnten bis zu 2.000 der 10.000 Arbeitsplätze betroffen sein.
Der Betriebsgewinn des Unternehmens ist im dritten Quartal um 91 Prozent auf 106 Millionen Euro gesunken. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger verweist auf einen intensiven Preiswettbewerb in den wichtigsten Märkten.
Betriebsratschef Jörg Schlagbauer bestätigte der FAZ laufende Gespräche über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen, wie es eine Vereinbarung aus dem Jahr 2019 vorsieht.
Die Herausforderungen erstrecken sich auch auf die Produktentwicklung. Der elektrische Q6 e-tron kam mit etwa zweijähriger Verspätung auf den Markt, hauptsächlich aufgrund von Verzögerungen bei der Softwareentwicklung. Diese Situation verdeutlicht die technischen Herausforderungen, denen sich der Konzern gegenübersieht.
Die geplanten Veränderungen sollen zum 1. Januar 2025 in Kraft treten. Ein Unternehmenssprecher betont, dass es dabei vorrangig um die Optimierung von Prozessen und die Beschleunigung von Entscheidungswegen gehe, nicht primär um Stellenabbau.



