Kleeblatt und Kreis für die Gesundheit
Parallel visualisiert ein vierblättriges Kleeblatt die Bereiche Schlaf, Vitalwerte, Entspannung und Aktivität. Ähnlich wie die Aktivitätsringe der Apple Watch füllen sich die einzelnen Segmente im Tagesverlauf.
Etwa eine Woche nach Inbetriebnahme ergänzt Ringconn auf einem separaten Gesundheits-Reiter außerdem einen Lebensstilwert, der als Kreis dargestellt wird und von einigen eher allgemein gehaltenen Erläuterungen begleitet wird.
Die beiden prominenten Gesamtwerte habe ich im Alltag allerdings kaum beachtet. Wesentlich hilfreicher sind die vielen konkreten Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Schlafanalyse, Herzfrequenzvariabilität (HFV), Stress und Vitalwerte.
Die Stress-Visualisierung erinnert stark an Garmin – und das ist durchaus positiv. Statt einer teils etwas unübersichtlichen Kurve wie bei Oura setzt Ringconn auf klare, leicht verständliche Balkendiagramme.
Die Schlafanalyse bietet eine nahezu identische Verlaufsgrafik wie bei Oura. Positiv gefallen mir die sinnvolle Einbindung von Nickerchen sowie die übersichtliche Darstellung der Vitalwerte mit Hinweisen auf Veränderungen.
Eine Besonderheit sind die Einschätzung zum Risiko von Schlafapnoe nach drei Nächten sowie die Blutdruckmessung. Wichtig: Beide Funktionen sind nicht medizinisch zertifiziert. Oura bietet Blutdruckmessung bislang nur in den USA an, dort jedoch medizinisch validiert; Europa dürfte folgen.
Vor der ersten Messung verlangt Ringconn eine Kalibrierung anhand mehrerer Vergleichsmessungen mit einer Oberarmmanschette innerhalb von 24 Stunden. Danach erstellt der Ring automatisch eine Verlaufskurve mit nächtlichen Messungen, ergänzt gelegentliche Werte am Tag und erlaubt jederzeit manuelle Messungen.
Die Aussagekraft lässt sich bislang nur eingeschränkt bewerten. In meinem Test lagen die Werte fast immer erstaunlich nah an denen einer hochwertigen Oberarmmanschette. Allerdings hatte ich während des Testzeitraums keine größeren Blutdruckschwankungen.
Selbst ein bewusst sehr salziges Dinner änderte daran kaum etwas – den Abend habe ich mir also ohne Erkenntnisgewinn versaut. Dabei könnten nur Messungen bei tatsächlich ungewöhnlich hohem oder niedrigem Blutdruck zeigen, wie zuverlässig der Ring außerhalb des individuell kalibrierten Normalbereichs arbeitet.
Sport und App-Integration
Beim Sport hinterlässt Gen 3 einen ordentlichen Eindruck. Aktivitäten wie Laufen oder Radfahren erkennt der Ring automatisch ebenso zuverlässig wie Oura – meist minutengenau. Die automatische Erkennung funktionierte bei mir sogar etwas besser als mit dem parallel getragenen Whoop, das in diesem Bereich eigentlich als Referenz gilt.
Wer eine Aktivität selbst starten möchte, kann sie auch manuell mit oder ohne Smartphone-GPS aufzeichnen. Der Funktionsumfang fällt etwas einfacher aus als bei Oura, bietet für die meisten Nutzer aber alles Wichtige wie Strecke, Tempo, Dauer und Herzfrequenz.
Ringconn unterstützt keine direkte Synchronisierung mit Strava oder anderen Sportplattformen, sondern nur Apple Health und Google Health. Über Umwege lassen sich zwar einige Daten zu Strava übertragen, die GPS-Strecke geht dabei jedoch verloren.
Die Ringconn-App wurde erst vor Kurzem grundlegend überarbeitet und wirkt entsprechend modern und übersichtlich. Die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar, die Navigation gelingt intuitiv und insgesamt finden sich Nutzer rasch zurecht.