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Ring Fit Adventure ausprobiert: Sportlich spielen auf der Nintendo Switch

Ein Kunststoffring als Sportgerät, vor allem aber als magische Verbindung in eine Abenteuerwelt: Mit Ring Fit Adventure veröffentlicht Nintendo eine ungewöhnliche Mischung aus Fitness und Fantasy. Golem.de hat sich in den Kampf gegen einen bösen Bodybuilderdrachen gestürzt.

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Ring Fit Adventure für die Nintendo Switch im Einsatz
Ring Fit Adventure für die Nintendo Switch im Einsatz (Bild: Golem.de/Peter Steinlechner)

Wenn sich Legolas und Aragorn auf den Kampf gegen Saurons Schergen vorbereiten, dann greifen sie auch nicht einfach zum Gamepad. Stattdessen macht Legolas ein paar Dehnübungen mit seinem Bogen, und Aragorn versteckt bestimmt irgendwo ein Messerchen in seinen Gewändern. So ähnlich wie die beiden fühlen wir uns auch bei der Vorbereitung auf Ring Fit Adventure: Gewissenhaft schieben wir den roten Joy-Con der Nintendo Switch in den Kunstroffring (Bogen) und befestigen den blauen Joy-Con möglichst oben und möglichst mittig an unserem Oberschenkel.

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Die Vorbereitungen sind damit aber noch nicht ganz abgeschlossen. Um die Sache hier mal abzukürzen: Wir müssen bei der Einrichtung von Ring Fit Adventure noch ein paar Informationen über uns eingeben, etwa unser Alter und unser Fitnesslevel. Aber irgendwann stehen wir dann mit dem Ring-Con in der Hand und dem Oberschenkelgurt vor dem Monitor - idealerweise in einem Abstand von drei Metern - und das Abenteuer beginnt.

Ring Fit Adventure ist eine nur für Nintendo Switch erhältliche Mischung aus Spiel und Sport. Wir sind verführt zu schreiben, dass der Fokus etwas mehr auf Spiel denn auf Sport liege - aber das stimmt nicht ganz: Zwar bietet das Programm eine gut gemachte, handlungsbasierte Kampagne, in der wir uns erst mit der Armee und dann mit dem Bodybuilderdrachen Draco anlegen (kein Scherz!).

Letztlich tauchen wir aber doch nicht ganz so einfach in die fremde Welt ein wie bei einem klassischen Spiel, weil wir alle Eingaben mit vollem Einsatz absolvieren müssen - mit unserem Körper. Um im Spiel zu laufen, müssen wir auf der Stelle joggen. Für das Emporsteigen virtueller Treppenstufen sind Schritte mit besonders hoch gehobenem Oberschenkel nötig.

Und für das Paddeln auf einem Surfbrett müssen wir den Ring-Con an unseren Bauch halten und Drehbewegungen vollziehen. Die Richtung können wir bei all dem nicht bestimmen, nur ein Stück weit das Tempo.

Dazu kommen Extras: Um Kisten am Wegesrand zu zerstören und so an besondere Ausrüstung zu kommen, müssen wir den Ring-Con ungefähr in die Richtung der Truhe bewegen und ihn kräftig zusammendrücken. Um wiederum freischwebende Münzen einzusaugen, müssen wir den Kunststoffring auseinanderziehen. Das ist alles nicht per se schwierig, aber auf Dauer eben doch ganz schön anstrengend.

Noch etwas herausfordernder sind die rundenbasierten Gefechte mit Monstern: Hier müssen wir Drehbewegungen mit dem Ring-Con machen, das Ding in einem bestimmten Rhythmus zusammendrücken oder auseinanderziehen oder ihn sitzend mit den Knien zusammenquetschen. Was genau zu tun ist, hängt vom Gegner ab - die jeweils nötigen Übungen zeigt das Programm am Bildschirmrand an. Auch Dehn- und Stretchübungen sind Teil des Programms. Nett: Ab und zu überprüft das Gerät unseren Puls, indem wir den Zeigefinger an eine der Tasten des roten Joy-Con halten.

  • Der blaue Joy-Con wird im mitglieferten Oberschenkelgurt befestigt. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
  • Der rote Joy-Con wird am Ring-Con befestigt - was sich sehr sicher und stabil anfühlt. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
  • Vor Spielstart wählen wir unseren Protagonisten aus. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
  • Ab und zu überprüfen wir unseren Puls. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
  • Im Verlauf des Adventures schalten wir immer neue Umgebungen frei. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
  • Körper- und Muskelpartien lassen sich auch gezielt trainieren. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)
Der blaue Joy-Con wird im mitglieferten Oberschenkelgurt befestigt. (Bild: Golem.de/Screenshot: P. Steinlechner)

Neben der Kampagne gibt es noch eine Reihe von Arcadegames, in denen wir etwa unter Zeitdruck mit dem Zusammendrücken und Zielen des Ring-Con möglichst viele Kisten zerstören müssen - das ist der Modus, der sich noch am ehesten für Partys mit anderen Spielern eignet. Außerdem gibt es eine Art Sportmodus, in dem wir gezielt einzelne Muskelpartien bearbeiten können.

Laut Nintendo reicht das Angebot von Kampagne und Übungen bei normaler Nutzung für zwei bis vier Monate, dann wiederholt sich das Ganze - dabei kann man den Ring-Con aber so einstellen, dass mehr Kraft beim Drücken und Ziehen nötig ist. Wer übrigens ein bisschen Extrasport machen möchte, kann mit dem Ring-Con etwa beim ganz normalen Fernsehgucken ein paar Übungen machen, die Gesamtleistung wird dann beim nächsten Start in Ring Fit Adventure übertragen.

Ring Fit Adventure ist nur für Nintendo Switch erhätlich und kostet rund 70 Euro. Das Programm ist vollständig übersetzt. Die USK hat eine Freigabe ohne Altersbeschränkung vergeben.

Fazit

Die Mischung aus Sport und Spiel in Ring Fit Adventure gefällt uns! Das Programm ist sympathisch und abwechslungsreich aufbereitet, die Übungen sind teils erstaunlich herausfordernd. Das Drücken und Ziehen des Ring-Con ist so anspruchsvoll, dass man sich durchaus einen leichten Muskelkater einhandeln kann - das ist hier positiv gemeint.

Muckis wie ein Bodybuilderdrache wird man durch das Gerät zwar nicht aufbauen können, aber als Vorbereitung für den Besuch im Fitnessstudio (Stichwort Neujahrsvorsätze) sowie um alters- oder abhnehmbedingte Muskeldegeneration zu verlangsamen, ist das Ganze durchaus geeignet. Allerdings gilt das in erster Linie für die Arme und die Schultern, der Rest des Körpers wird deutlich weniger beansprucht.

Durch die motivierende Kampagne ist die Gefahr, dass Ring-Con und Oberschenkelgurt nach ein paar Tagen in der nächstbesten Ecke verstauben, unserer Meinung nach etwas geringer als sonst bei derartigen Experimenten.

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