Riesenteleskop Fast: China hält Ausschau nach Außerirdischen
Ist da wer? Wissenschaftler aus China wollen es herausfinden – mit dem Five-hundred-Meter Aperture Spherical Radio Telescope(öffnet im neuen Fenster), kurz: Fast. Das Teleskop sei am 25. September 2016 in Betrieb genommen worden, berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua(öffnet im neuen Fenster).
Der Hauptspiegel von Fast hat einen Durchmesser von 520 Metern. Damit ist es das größte Radioteleskop mit einem sphärischen Hauptspiegel. Die Schüssel wurde in einer Mulde nahe Pingtang in der bergigen Provinz Guizhou in Südchina errichtet. Der Spiegel ist aus 4.450 dreieckigen Elementen zusammengesetzt. Der Spiegel liegt in einem Gitterrohrring, der von etwa 70 Masten getragen wird.
Fast hat schon Signale aus dem All empfangen
Das Teleskop soll elektromagnetische Signale aus dem Weltall erfassen – unter anderem von Pulsaren. Es soll weitere dieser schnell rotierenden Neutronensterne finden. Fast wurde zwar am Sonntag offiziell eröffnet. Der Probebetrieb läuft aber schon seit einigen Wochen. Dabei empfing das Teleskop bereits elektromagnetische Wellen von einem Pulsar, der etwa 1.351 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.
Außerdem soll Fast Daten über Moleküle im interstellaren Raum sammeln sowie zur Erforschung von Gravitationswellen beitragen. Wie das Arecibo-Radio-Teleskop(öffnet im neuen Fenster) in Puerto Rico wird auch Fast für das Projekt Search for Extraterrestrial Intelligence(öffnet im neuen Fenster) (Seti) nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen Ausschau halten.
Fast ist größer als Arecibo
Fast löst das knapp 305 Meter große Arecibo-Radio-Teleskop als größtes Radioteleskop mit sphärischem Hauptspiegel ab – größer ist nur das Ratan 600 in Russland. Dessen Spiegel ist aber keine Schüssel, sondern ein Ring aus Reflektorplatten mit einem Durchmesser von 576 Metern.
Damit Fast Signale aus dem Weltall ohne Störungen empfangen kann, braucht es Funkstille im Umkreis von 5 Kilometern. Um die sicherzustellen, wurden laut Xinhua rund 8.000 Anwohner umgesiedelt. Sie erhielten neue Wohnungen in zwei neue Orten oder Entschädigungen. Außerdem sollen durch das neue Teleskop neue Arbeitsstellen entstehen, etwa im Tourismus. Die lokalen Behörden hoffen, dass Fast eine Attraktion wird, deretwegen Touristen nach Guizhou reisen, eine der ärmsten Provinzen Chinas.
In einer Grußbotschaft nannte Chinas Staatspräsident Xi Jinping das umgerechnet etwa 160 Millionen Euro teure Fast Chinas Auge ins Weltall. Die Anwohner sehen Fast prosaischer: Es sei ein großer eiserner Wok, sagte einer der New York Times(öffnet im neuen Fenster).
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