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Grenzenloser Optimismus

Natürlich kann sich auch Das Ende der Sterne nicht ganz von den Konventionen freimachen. Ein großer Sci-Fi-Blockbuster braucht Action, die es gibt, wenn Hig beim Start des Flugzeugs angegriffen wird oder eine Horde glatzköpfiger Gestalten es auf Bangley abgesehen hat.

In diesen Momenten folgt der Film der Logik der Postapokalypse. Oder besser gesagt: dem, was Jahrzehnte von Filmen als Logik präsentiert haben. Bei knappen Ressourcen wird der Mensch des Menschen Wolf, das ist ein Standard, dem kann sich auch Scotts Film nicht entziehen.

Allerdings präsentiert er das spannend, etwa wenn Hig und seine Freunde auf Menschen treffen, denen sie den Vertrauensvorschuss vorbringen, dass sie nichts Böses im Schilde führten. In einer Welt wie dieser kann man Menschen aber nur bedingt trauen.

Und doch: Der Film ist von einem Gefühl der Hoffnung durchzogen, von einem Optimismus, der vielleicht unangebracht ist, aber darum umso wirkungsvoller daherkommt. Obwohl die grundsätzliche Geschichte eine gänzlich andere ist, fühlt man sich an Kevin Costners Endzeit-Western The Postman erinnert.

In beiden Filmen hoffen die Überlebenden auf einen Neuanfang, nur dass er in Das Ende der Sterne noch viel schwieriger erscheint, weil noch weniger Menschen überlebt haben.

Eigenlob

Bei Ridley Scott ist es fast üblich, dass auf jeden tollen Film zwei bis drei folgen, die bestenfalls durchwachsen sind. Für Das Ende der Sterne klopfte sich Scott aber schon mal selbst auf die Schulter(öffnet im neuen Fenster): "Es ist wahrscheinlich der beste Film, den ich seit Der Marsianer gemacht habe. Jacob Elordi wird ein großer Star werden. Er ist ein Farmerjunge aus Australien, deshalb haben wir uns sofort gut verstanden. Der Film lotet die emotionalen Möglichkeiten aus – ganz gleich, was passiert, man braucht andere Menschen."

Das Eigenlob ist gerechtfertigt, und das nicht nur, weil Scott mit Elordi völlig richtig liegt. Nach Frankenstein und Wuthering Heights erweist dieser sich erneut als vielschichtiger Schauspieler, der eine unglaublich gute Chemie mit Josh Brolin hat – und noch mehr mit Rak Jasper, dem Hund. Das übrige Ensemble mit Guy Pearce und Margaret Qualley ist ebenfalls exzellent.

Vor allem aber lebt Das Ende der Sterne davon, dass er seine Geschichte klein aufzieht. Er ist im besten Sinne kontemplativ, fast, als hätte Terrence Malick einen Sci-Fi-Film gedreht, nur dass Scott ihn zugänglicher machen kann.

Die Musik von Harry Gregson-Williams ist wunderschön. Sie trägt die hohe Emotionalität des Films, und das ist die eigentliche Überraschung: dass Das Ende der Sterne dem philosophischen Unterbau seiner Vorlage gerecht wird.

Ein Film über das Ende von allem, aber mehr noch über den absoluten Willen zur Menschlichkeit in einer Welt, in der sie sich nur allzu oft rächt. Das muss man Scott – und auch Heller – lassen: Sie erzählen eine Geschichte über das, was nach dem Ende der Welt kommt und laden sie mit grenzenlosem Optimismus auf.


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