Riders' Day: Beschäftigte von Essenslieferdiensten protestieren

Gegen befristete Arbeitsverhältnisse, Solo-Selbstständigkeit, Zahlung pro Auslieferung und Überwachung: In der kommenden Woche protestieren Beschäftigte von Online-Essenslieferdiensten.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Essensfahrer bei Deliveroo
Essensfahrer bei Deliveroo (Bild: Deliveroo)

Mit einem Aktionstag wollen die Beschäftigten von Essenslieferdiensten am 19. Juni in Köln gegen extreme Arbeitsbedingungen in der Branche protestieren. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat Fahrer von Lieferdiensten wie Deliveroo und Foodora zu einem Riders' Day aufgerufen. Zu der Veranstaltung wird auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet.

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Im Fokus stünden Themen wie die Vielzahl befristeter Arbeitsverhältnisse, eine große Zahl von Solo-Selbstständigen und eine weitgehend fehlende Mitbestimmung in der Branche, wie der stellvertretende NGG-Vorsitzende Guido Zeitler der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Die Arbeitsbedingungen in der Branche sind höchst problematisch. Fast alle Fahrer sind sachgrundlos befristet", sagte Zeitler. "Mit Hilfe der Befristung wird auch die Existenz von Betriebsräten verhindert." Zeitler sieht dadurch die Mitbestimmung in einigen der Unternehmen ausgehebelt. "Ohne Mitbestimmung in den Unternehmen fehlt es an Möglichkeiten, Arbeitsverhältnisse über Tarifverträge zu regeln." Arbeitsminister Heil, der binnen Jahresfrist einen Gesetzentwurf zur Einschränkung solcher Befristungen vorlegen will, müsse hier bessere Rahmenbedingungen schaffen, forderte Zeitler.

Essenslieferdienste: Fahrräder müssen gestellt werden

Problematisch ist aus Sicht Zeitlers auch, dass die Fahrer ihre Produktionsmittel - vom Fahrrad über Regenbekleidung bis zum Smartphone - selbst mitbringen und bei Verschleiß oder Unfällen auf eigene Kosten ersetzen oder reparieren müssen. Und das, obwohl die Stundenlöhne vergleichsweise sehr niedrig sind und teilweise pro Auslieferung gezahlt wird. Hinzu komme eine stetig präsente Kontrolle und Überwachung der Arbeitsleistung, sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende.

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So werde häufig erwartet, dass Fahrer umgehend eingehende Aufträge annähmen und abarbeiteten. Selbst Toilettengänge könnten Sanktionen nach sich ziehen, die auch die Bezahlung schmälerten. Dieser Form der Produktivitätsüberwachung müsse ein Riegel vorgeschoben werden.

Für die Fahrer der Marke Foodora, die zum Unternehmen Delivery Hero gehört, träfen die Vorwürfe nicht zu, sagte der Sprecher von Delivery Hero, Bodo von Braunmühl. So sei ein großer Teil der rund 3.000 Foodora-Fahrer fest angestellt. Eine Ausnahme bildeten lediglich einige Hundert Studenten, die sich nebenbei etwas hinzuverdienten. Es gebe auch einen Betriebsrat. Es sei nicht richtig, alle Lieferdienste in einen Topf zu werfen.

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