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Ricoh Theta m15 im Test: Inselbegabt mit Sehschwäche

Virtuelle Realität hat durch Project Cardboard auch Smartphones erreicht - aber wie können Nutzer dafür eigene 360-Grad-Panoramen erstellen? Der Kamerahersteller Ricoh beantwortet diese Frage mit der Theta, die sogar Videos aufnimmt. Rundum zufrieden sind wir damit aber nicht.

Artikel veröffentlicht am , Martin Wolf
Ricoh Theta m15
Ricoh Theta m15 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wer seine eigenen 360-Grad-Aufnahmen etwa für Googles VR-Betrachter Cardboard machen will, hat derzeit nicht viel Auswahl. Zwar lassen sich unter Android in Googles Kamera-App inzwischen 360-Grad-Panoramen erstellen, da das Endprodukt aus vielen Einzelbildern zusammengesetzt werden muss, funktioniert das aber nur mit unbeweglichen Bildmotiven - Familienfeiern, ein Karnevalsumzug oder ein Autorennen lassen sich damit nicht einfangen. Wer mit einem Klick seine gesamte Umgebung aufnehmen möchte, kommt an einer echten 360-Grad-Kamera nicht vorbei. Profimodelle wie die Iris 360 von nctech sind recht teuer. Andere Lösungen, wie etwa von der Berliner Firma Panono befinden sich noch in der Entwicklung. Als erster Hersteller bietet Ricoh nun seit Ende 2014 die Theta m15 an, die sphärische Fotos und Videos erschwinglich machen soll.

Inhalt:
  1. Ricoh Theta m15 im Test: Inselbegabt mit Sehschwäche
  2. Zwei Augen für 360 Grad

Ricoh positioniert die in vier Farben erhältliche Theta eindeutig im Freizeitsegment. Der fehlende Bildschirm und die kompakte Bauart lassen sofort an eine der unzähligen Actioncams denken - wäre da nicht die zweite Linse.

Teures "One-trick-pony"

Für momentan rund 300 Euro bekommt der Käufer außer der Kamera noch eine einfache Schutzhülle und ein USB-Kabel für Akkuladung und Datentransfer zu PC oder Mac. Das ist nicht viel - besonders, wenn man bedenkt, dass die Kamera ohne ein Smartphone oder Tablet nicht viel nützt. Die nur knapp 14 Zentimeter lange und 95 Gramm leichte Theta macht einen robusten Eindruck. Die beiden seitlichen Fischaugen-Objektive wirken hingegen sehr schmutz- und kratzeranfällig. Das einfarbige, längliche Gehäuse sieht nicht unbedingt wie eine typische Kamera aus, eher wie ein zu groß geratener USB-Stick.

Die Theta teilt ihren Status lediglich über drei LEDs mit, sie hat außer dem Ein- und Ausschalter, einem Knopf für das WLAN und dem Auslöser keine weiteren Bedienungselemente. Wenn man zunächst auf die Fernsteuerung per Telefon oder Tablet verzichtet, muss die Kamera nur eingeschaltet werden und erzeugt bei jedem Druck auf den Auslöser ein vollsphärisches 360-Grad-Panorama. Sie korrigiert den Horizont automatisch; so lassen sich auch über Kopf aufgenommene Bilder ohne Nachbearbeitung verwenden.

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Leider fällt beim späteren Betrachten auf, dass der Daumen des Fotografen immer prominent im Bild ist. Das liegt daran, dass der Auslöser genau unter einer der beiden Kameralinsen liegt. Zum unteren Bildrand entstehen Montagefehler. Sinnvollerweise hat die Theta an ihrer Unterseite aber ein Stativgewinde, so lässt sie sich flexibel befestigen, ob per Dreibein oder Selfiestick. Spätestens jetzt muss das Smartphone als Fernauslöser her, denn eine zeitverzögerte Aufnahme ist nicht möglich und das Bild lässt sich mangels Sucher oder Display überhaupt nicht beurteilen.

  • Ricoh Theta (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ricoh Theta (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ricoh Theta (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Auslöser der Ricoh Theta sitzt genau unter einer der Linsen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf der Unterseite der Ricoh Theta befindet sich das WLAN-Passwort. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ricoh Theta (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • Die App dient als Fernauslöser. (Screenshot: Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • (Screenshot: Golem.de)
  • Bilder lassen sich einfach teilen.(Screenshot: Golem.de)
  • Die App dient auch als Bildbetrachter. (Screenshot: Golem.de)
Ricoh Theta (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wirklich sinnvoll ist die Ricoh Theta erst im Zusammenspiel mit der für Android und iOS erhältlichen App. Per WLAN verbinden sich Smartphone und Kamera, das Passwort ist unten am Gehäuse aufgedruckt. Die App bietet dann Zugriff auf all das, was sich an der Kamera selbst nicht einstellen lässt. Neben Fernauslöser, Einstellungsmöglichkeiten für Blende, ISO und Verschlusszeit bietet sie auch eine Galerie. Das Kamerabild wird allerdings nicht live übertragen.

Dank simpler Bedienung der App überzeugt die Theta in diesem Punkt voll und ganz. Nie war es einfacher, einen Schnappschuss der kompletten Umgebung zu erstellen und zu teilen - in wenigen Sekunden. Per Knopfdruck in der App überträgt die Kamera Fotos und Videos auf das Smartphone oder Tablet - ebenso leicht können die Bilder ins Netz gestellt werden. Schade nur, dass diese Funktion auf Ricohs Theta-Website begrenzt ist, eine Einbindung in eigene Seiten sieht das Programm nicht vor. Auch ein Upload in den neuen 360-Grad-Modus von Youtube funktioniert nur am Rechner mit Ricohs eigener Software.

Die Fotos lassen sich auf dem Telefon auch ohne Cardboard sofort betrachten und machen zunächst einen sehr guten Eindruck. Es mag zwar ein wenig albern wirken, wenn man das bunte Kamerastäbchen in einer Menschenmenge in die Luft hält und dabei auf sein Smartphone drückt, aber das Ergebnis ist sehenswert.   

Zwei Augen für 360 Grad 
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SoniX 15. Jun 2015

"Unter diesem Link lässt sich unbearbeitetes Material aus der Kamera herunterladen." "Tut...

mbirth 10. Jun 2015

Wie willst Du die Kamera denn sonst sicher halten UND auslösen? Irgendein Kompromiss...

Dwalinn 10. Jun 2015

Ich fand seinen "Erklärbär" immer gut (und seine leicht unnormale liebe zu Nutella) Ich...


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