Richtfunk: Forscher relativiert Facebook-Rekord

Der Rekord, den Facebook beim Richtfunk erreicht haben will, wird vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik hinterfragt. Facebook nannte die Datenrate selbst "record breaking".

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Der Aufbau bei Facebook
Der Aufbau bei Facebook (Bild: Facebook)

Der Sprecher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik (IAF), Michael Teiwes, hat den Rekord, den Facebook beim Richtfunk aufgestellt haben will, relativiert. Die Facebook Connectivity Labs meldeten in der vergangenen Woche die Übertragung von 20 GBit/s mit Richtfunk über 13 Kilometer. Facebook nannte die Datenrate selbst "record breaking".

Teiwes sagte Golem.de auf Anfrage: "Bei diesen Rekorden ist es wichtig, die Datenrate in Relation mit der Übertragungsentfernung zu betrachten. Facebook hat nach eigenen Angaben eine Datenrate von 20 GBit/s über 13 Kilometer erreicht. Die Entfernung beträgt beim Projekt Access jedoch 37 Kilometer bei einer Datenrate von 6 GBit/s." Beteiligt an dem Projekt waren das IAF, die Universität Stuttgart, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Unternehmen Radiometer Physics, das zu Rohde & Schwarz gehört.

Ältere Rekorde

Im Jahr 2014 wurde beim Vorläuferprojekt bei einer Entfernung von 15 Kilometern eine Datenrate von 15 GBit/s erreicht. Und bereits im Jahr 2013 wurde eine Datenrate von 40 GBit/s über eine Distanz von einem Kilometer erreicht.

Abhishek Tiwari, ein Lead Engineer bei Facebook, hatte im Blog des Unternehmens bekanntgegeben: "Im Laufe des Jahres testeten wir in Südkalifornien eine Datenübertragung von fast 20 GBit/s über 13 Kilometer mit Richtfunk. Dabei haben wir eine Anzahl von selbstgefertigten Komponenten verwendet und nur 105 Watt verbraucht." Die Übertragung soll eingesetzt werden, um das Solarflugzeug Aquila des Internet-Konzerns an das Internet anzubinden, sagte Tiwari. Das unbemannte Fluggerät ist als fliegende Kommunikationsstation gedacht, die Internet in abgelegene Gegenden der Welt bringen soll.

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