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Richterin: Homeoffice birgt Gefahr der Selbstausbeutung

Zu Hause gelten für Arbeitgeber die gleichen Rechte wie am Arbeitsplatz in der Firma. Das gilt auch für Homeoffice in der Coronapandemie.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Im Homeoffice gelten die gleichen Rechte wie am regulären Arbeitsplatz.
Im Homeoffice gelten die gleichen Rechte wie am regulären Arbeitsplatz. (Bild: Pixabay.com/CC0)

Während der Coronapandemie arbeiten viele Beschäftigte am heimischen Schreibtisch. Das Recht auf Homeoffice will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gesetzlich verankern - das wird nicht nur von Arbeitgebern kritisch gesehen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice birgt nach Ansicht der Präsidentin des Thüringer Landesarbeitsgerichts, Susanne Engel, auch Risiken für Arbeitnehmer. "Homeoffice heißt nicht, frei von jeden Zwängen", sagte Engel der Deutschen Presse-Agentur.

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Bei der Arbeit am heimischen Schreibtisch müssten ebenso wie im Büro die Arbeitnehmerschutzrechte berücksichtigt werden. Das betreffe etwa die Arbeitsbedingungen, die Arbeitszeit oder die Arbeitssicherheit und den Datenschutz. "Homeoffice regelt eigentlich nur, wo man arbeitet", betonte Engel.

Die Spielregeln und die Umstände, unter denen gearbeitet werde, müssten denen im Betrieb entsprechen, sagte die Juristin. Es dürfe nicht sein, dass Arbeitnehmer im Büro an einem höhenverstellbaren Schreibtisch sitzen und zu Hause auf einem dreibeinigen Hocker am Küchentisch.

Sozialgefüge kann durch Homeoffice leiden

Wichtig sei außerdem das Sozialgefüge beim gemeinsamen Arbeiten. "Wenn man sich als Kollektiv in einem Betrieb begreift, nimmt man auch Rechte kollektiv wahr - zum Beispiel über Betriebsräte." Wenn ganze Belegschaften nur noch vereinzelt zu Hause säßen, gingen all diese Aspekte verloren und damit auch eine gewisse Mächtigkeit von Interessenvertretungen der Arbeitnehmer, warnte Engel.

Zudem ermögliche das gemeinsame Arbeiten auch einen besseren Austausch eines gewissen Kreativpotenzials. Das soziale Miteinander leide im Homeoffice, hatte auch kürzlich der Microsoft-CEO Satya Nadella als Gefahr gesehen. Der kurze Austausch zwischen Kollegen entfalle dann oft.

Eine andere Gefahr liegt aus Sicht der Gerichtspräsidentin in der Selbstausbeutung im Homeoffice:"Es ist ja niemand da, der einen reguliert." Ein weiteres Thema sei die ständige Erreichbarkeit. Der Kulturwandel und das Selbstverständnis im Homeoffice müssten daher begleitet werden.

"Ich befürworte Homeoffice dort, wo es möglich ist, auch um Familie und Pflege mit dem Beruf zu vereinbaren", sagte Engel. Sie verwies darauf, dass sie nach ihrem Amtsantritt am Landesarbeitsgericht 2018 eine Dienstvereinbarung für das mobile Arbeiten getroffen habe.

Regierung will Recht auf Homeoffice gesetzlich zusichern

Bundesarbeitsminister Heil will das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern und bis zum Herbst dazu ein neues Gesetz vorlegen. Bei den Arbeitgebern stoßen die Pläne allerdings auf wenig Gegenliebe. Auch aus den Reihen der Unionsfraktion gibt es Kritik an dem Vorhaben.

Laut einer Umfrage ist in der Corona-Pandemie jeder dritte Beschäftigte ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozioökonomischen Panels ermittelte. Durch den ungeplanten intensiven Einsatz des Homeoffice als Arbeitsplatz können gesundheitliche Beschwerden die Folge sein. Mit etwas Disziplin und der richtigen Soft- und Hardware kann das Homeoffice aber auch zum Fitnessstudio werden.

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Michael H. 16. Jun 2020

Erlaubnis nicht direkt. Aber bei gewerblichen Büroräumen gelten gewisse Anforderungen...

Michael H. 16. Jun 2020

Dafür gibts immer noch Remoteverbindungen... da tuts dann auch n...

Michael H. 16. Jun 2020

Kommt immer drauf an. Wenn du z.B. in München direkt arbeitest und die Firma ist...

Michael H. 16. Jun 2020

Ist aber auch ne schöne eigene Realität die du da hast oder? :D Bei mir werden alle...

M.P. 14. Jun 2020

Den Satz finde ich mit "Arbeitnehmer" deutlich realistischer, als mit "Arbeitgeber"


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