Abo
  • Services:

Richter Alsup: Kein Copyright auf Oracles 37 Java-APIs

Richter William Alsup hat im Streit zwischen Oracle und Google entschieden, dass die 37 von Oracle angeführten Java-APIs, deren Copyright Google verletzt haben soll, nicht urheberrechtlich schützbar sind.

Artikel veröffentlicht am ,
Schlappe vor Gericht für Oracle-Chef Larry Ellison
Schlappe vor Gericht für Oracle-Chef Larry Ellison (Bild: Norbert von der Groeben/Reuters)

Oracle hat im Rechtsstreit mit Google um 37 Java-APIs vor dem District Court von Nordkalifornien verloren. Oracle hatte Google unter anderem wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, da Google nach Ansicht von Oracle durch die Nutzung der Java-APIs in seinem mobilen Betriebssystem Android gegen Oracles Urheberrechte verstößt. Google hatte dies zurückgewiesen und angeführt, die APIs seien nicht urheberrechtlich schützbar, so dass sie jeder verwenden könne. Der zuständige Richter William Alsup gab in diesem Punkt nun Google recht und entschied, dass die 37 von Oracle angeführten APIs nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Stellenmarkt
  1. Wacker Chemie AG, Burghausen, München
  2. Bertrandt Technologie GmbH, Mönsheim

Alsup räumt in seinem Urteil ein, dass der allgemeine Namensraum der APIs durchaus kreative Elemente enthält, zugleich aber eine präzise Kommandostruktur habe. Und diese Kommandostruktur falle unter Abschnitt 102(b) des Copyright Act und sei daher nicht urheberrechtlich schützbar. Es sei notwendig, diese Struktur zu kopieren, um Interoperabilität sicherzustellen.

Der Richter machte deutlich, dass Oracle nicht die Eigentümerschaft an jeder Implementierung einer Funktion oder Spezifikation besitzt, ganz gleich, wie kreativ die urheberrechtlich geschützte Implementierung oder Spezifikation ist. Geschützt sei lediglich die eine konkrete Implementierung. Es stehe jedem anderen frei, eine eigene Implementierung umzusetzen, solange sich der Code der Implementierung vom Original unterscheide. Das gelte für alle Java-APIs. Dabei spiele es keine Rolle, dass die Header-Dateien identische Zeilen enthalten, denn das sei notwendig, um eine Java-Methode zu deklarieren, die die gleiche Funktion abbilde.

Dabei spielt es nach Ansicht von Richter Allsup keine Rolle, dass es möglich gewesen wäre, die gleiche Funktion in Android umzusetzen, ohne die komplette Kommandostruktur von Java zu kopieren.

Oracle kündigte Berufung an

Allerdings macht der Richter in seinem Urteil deutlich, dass seine Entscheidung nur für die 37 von Oracle in diesem Verfahren angeführten APIs gilt. Es sei keineswegs so, dass die Struktur, Reihenfolge und Organisation aller Computerprogramme gestohlen werden dürften.

Oracle hat in einer ersten Stellungnahme bereits angekündigt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Der Richter habe bei seiner Entscheidung für Interoperabilität nicht beachtet, dass Googles Umsetzung der APIs die Interoperabilität zwischen Android und Java eliminiert habe. Google habe das Versprechen "write once, run anywhere" gebrochen. Sollte die Entscheidung Bestand haben, werde es deutlich schwieriger, Innovationen und Erfindungen in den USA zu schützen.

Google hingegen hat die Entscheidung begrüßt und spricht in einer Stellungnahme von einem guten Tag für Zusammenarbeit und Innovation.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Z370-Boards mit Intel Optane Speicher + Intel SSD
  2. 85,55€ + Versand
  3. täglich neue Deals bei Alternate.de

lisgoem8 02. Jun 2012

Ja endlich mal ein Richter der wirklich was von der Materie zu verstehen scheint. Und so...

rangnar 01. Jun 2012

Da bemühe ich mich, auf das Bild-Niveau der großen Masse herab zu steigen. Und dann...

rangnar 01. Jun 2012

Echt! Wer bezeichnet sich hier als Experte? Ich fürchte, die Experten-Selbstbezichtigung...

staeff 01. Jun 2012

das mit Android sdk write once, run anywhere nicht funktioniert ist schon sehr schade...


Folgen Sie uns
       


Siri auf Deutsch auf dem Homepod

Wir haben uns die deutsche Version von Siri auf dem Homepod angehört. Bei den Funktionen hinkt Siri der Konkurrenz von Alexa und Google Assistant hinterher. Und auch an der Aussprache gibt es noch einiges zu feilen. Apples erster smarter Lautsprecher kostet 350 Euro.

Siri auf Deutsch auf dem Homepod Video aufrufen
Hacker: Was ist eigentlich ein Exploit?
Hacker
Was ist eigentlich ein Exploit?

In Hollywoodfilmen haben Hacker mit Sturmmasken ein ganzes Arsenal von Zero-Day-Exploits, und auch sonst scheinen die kleinen Programme mehr und mehr als zentraler Begriff der IT-Sicherheit verstanden zu werden. Der Hacker Thomas Dullien hingegen versucht sich an einem theoretischen Modell eines Exploits.
Von Hauke Gierow

  1. IoT Foscam beseitigt Exploit-Kette in Kameras
  2. Project Capillary Google verschlüsselt Pushbenachrichtigungen Ende-zu-Ende
  3. My Heritage DNA-Dienst bestätigt Datenleck von 92 Millionen Accounts

IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
IT-Jobs
Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
Ein Bericht von Juliane Gringer

  1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
  2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
  3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

Deutsche Siri auf dem Homepod im Test: Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen
Deutsche Siri auf dem Homepod im Test
Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen

In diesem Monat kommt der dritte digitale Assistent auf einem smarten Lautsprecher nach Deutschland: Siri. Wir haben uns angehört, was die deutsche Version auf dem Homepod leistet.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Patentantrag von Apple Neues Verfahren könnte Siri schlauer machen
  2. Siri vs. Google Assistant Apple schnappt sich Googles KI-Chefentwickler
  3. Digitaler Assistent Apple will Siri verbessern

    •  /