Richard Stallman: Emacs soll Wysiwyg-Editor werden

Der GNU-Projekt-Gründer und Erstautor des Editors Emacs, Richard Stallman, hoffte bereits vor 25 Jahren, dieser werde sich zu einer Textverarbeitung weiterentwickeln, die nach dem Schema What You See Is What You Get (Wysiwyg)(öffnet im neuen Fenster) arbeitet. Dies sei aber nicht passiert, schreibt Stallman und fordert deshalb die Emacs-Entwickler dazu auf(öffnet im neuen Fenster) , die notwendigen Funktionen für das Wysiwyg-Paradigma für den Editor zu implementieren.
Die Reaktionen auf den Vorstoß Stallmans sind gemischt. Zum einen verweisen einige Diskussionsteilnehmer auf die Existenz von freien Office-Suiten wie Apache Openoffice oder Libreoffice, die den Lizenzstandards der FSF genügen. Zum anderen wird auch erwähnt, dass Emacs bereits sehr gut genutzt werden können, um Dokumente in der Makrosprache Latex zu schreiben und dieses System einem Wysiwyg-Editor deutlich überlegen sei.
Stallman schreibt hingegen(öffnet im neuen Fenster) , dass er für einfache Dokumente, die nur mal schnell getippt werden müssten und nicht auf die Möglichkeiten von Latex angewiesen seien, bisher auf Libreoffice ausgewichen ist. Dies führe zu dem Problem, dass der Autor auf die Fähigkeiten von Emacs verzichten müsse und darüber hinaus das erstellte Dokument auch nicht kompatibel zu Emacs sei.
Würde die Idee Stallmans umgesetzt, könnte dies dazu führen, dass der Editor von mehr Menschen genutzt würde als bisher, da der Einstieg in die Benutzung leichterfallen würde, wie der Präsident der Free Software Foundation selbst schreibt.(öffnet im neuen Fenster)
Noch ist über eine Implementierung des Wysiwyg-Paradigmas in Emacs nicht entschieden worden, es bestehen allerdings bereits sehr konkrete Ideen, etwa zur Umsetzung möglicher Backends wie ODF.



