Rialto Bridge & Falcon Shores: Intel dünnt HPC-Roadmap aus

Eingestellte Rechen-GPUs und verschobene XPU-Kombi-Prozessoren: In Intels Abteilung für Hochleistungsrechnen läuft nicht alles nach Plan.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
So sieht Intels angepasste HPC-Roadmap aus.
So sieht Intels angepasste HPC-Roadmap aus. (Bild: Intel, Montage: Golem.de)

Mit blumigen Worten preist Intels Pressemitteilung – als Meinungsstück gekennzeichnet – die Errungenschaften des Unternehmens im Hochleistungsrechnen (via The Register). Auch die GPU-Rechenbeschleuniger, die auf Intels Xe-Grafikkernen basieren, bekommen viel Lob. Mitten im Text versteckt Autor Jeff McVeigh, übergangsweise zuständig für Rechenbeschleuniger und GPUs, eine Bombe: Die zweite Generation von GPU-Beschleunigern, Rialto Bridge, wird nicht erscheinen.

Noch 2022 hieß es, Kunden sollten den Nachfolger der Ponte-Vecchio-GPUs, die etwa im Hochleistungsrechner Aurora arbeiten, Mitte 2023 erhalten. Zwar waren keine architektonischen Neuerungen geplant, durch einen moderneren Fertigungsprozess sollte Rialto Bridge aber 25 Prozent mehr Recheneinheiten bekommen. Begründet wird die Einstellung damit, dass jährlich neue Beschleuniger nicht den Erwartungen der Kunden entsprächen. Die hätten mit dem zweijährigen Veröffentlichungszyklus mehr "Zeit, ihr Ökosystem zu entwickeln". Auch die Flex-GPUs für Streaminganbieter werden nur noch alle zwei Jahre aktualisiert.

Ebenso nebenbei wird Falcon Shores, Intels XPU genannte Kombination aus Prozessor- und Grafik-Tiles, um ein Jahr auf 2025 verschoben. Die Plattform soll dann das Erbe der Ponte-Vecchio-GPU antreten, die sich in Benchmarks des Argonne National Laboratory (PDF) hervorragend schlagen soll – allerdings nur gegen Nvidias A100. Ob Ponte Vecchio gegen dessen Nachfolger H100 besteht, muss sich erst noch zeigen, auch wenn die technischen Daten beider GPUs sehr ähnlich sind.

Mit Rechenbeschleunigern hat Intel kein Glück

Mit den aktuellen Änderungen an der HPC-Roadmap setzt Intel seine zuletzt glücklose Vergangenheit in diesem Segment fort. Dafür ist Aurora, dessen Leistung Jeff McVeigh preist, ein Symbol. Der Hochleistungsrechner verzögerte sich um fünf Jahre, weil Intel nicht die versprochene Hardware lieferte. Zwar wird damit gerechnet, dass Aurora mit zwei Exaflops rund elfmal so viel Rechenleistung liefert wie ursprünglich geplant, allerdings stieg auch der Energiebedarf auf das Dreifache.

Zuvor hatten bereits Intels Xeon-Phi-Beschleuniger – ein Relikt der geplanten, aber eingestellten GPU Larrabee – nicht gegen die Konkurrenz, hauptsächlich seitens Nvidias, behaupten können.

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