RHEL-Rebuild: Oracle will CentOS-Nutzer zum Wechsel bewegen

Der Linux-Distributor will mit seinem eigenen RHEL-Rebuild Nutzer des alten CentOS für sich gewinnen. Die Community plant derweil einen CentOS-Ersatz.

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Linux-Nutzern bleiben Alternativen zu CentOS.
Linux-Nutzern bleiben Alternativen zu CentOS. (Bild: Pixabay)

Die Ankündingung, dass das bisherige Entwicklungsmodell der Community-Distribution CentOS beendet werden soll, will Oracle nutzen, um Nutzer zum Wechsel auf seine eigene Linux-Distribution zu bewegen. Wie das klassische CentOS ist auch Oracle Linux ein Rebuild von Red Hat Enterprise Linux (RHEL), so dass ein Wechsel vergleichsweise einfach ausfallen sollte. Das Unternehmen hat dazu ein Skript veröffentlicht, das den Wechsel der Systeme vollzieht, wie es in der Ankündigung heißt.

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In der vergangenen Woche hatte die CentOS-Community gemeinsam mit Hauptsponsor Red Hat angekündigt, die Rebuilds von RHEL einzustellen. Diese Variante sollte vor allem Admins eine notwendige Stabilität für ihre Systeme garantieren. Stattdessen wird künftig nur noch auf CentOS Stream gesetzt. Dabei handelt es sich um eine neue Art Rolling-Release-Variante der Distribution, die auf die Bedürfnisse von Entwicklern ausgerichtet sein soll.

Oracle weist in seiner Ankündigung darauf hin, dass die eigene Distribution vollständig binärkompatibel zu RHEL und auch komplett frei zur Nutzung verfügbar ist, unabhängig von Verträgen oder Ähnlichem. Darüber hinaus könne auch Oracles Unbreakable Enterprise Kernel genutzt werden statt des Kernel-Rebuilds aus RHEL. Für die Systeme mit Oracle Linux ließen sich außerdem einfach Supportverträge abschließen, sofern dies gewollt ist.

Zusätzlich zu der Ankündigung von Oracle hat sich unter dem Namen Rocky Linux inzwischen eine Initiative gegründet, die die klassischen Rebuilds im Stile von CentOS künftig auch für kommende Veröffentlichungen von RHEL anbieten will. Gestartet wurde Rocky Linux von Gregory Kurtzer, der auch schon CentOS mitgegründet hat. Zwar gibt es bereits erste kleinere Sponsoren für die Arbeiten, noch gibt es allerdings keinen konkreten Zeitplan, wann und ob Rocky Linux als Ersatz für die bisherigen CentOS-Builds bereitsteht. Letztere sollen zumindest für CentOS 8 aber Ende 2021 eingestellt werden, so dass dem Team von Rocky Linux nur rund ein Jahr bleibt, ihre Idee im Sinne der bisherigen CentOS-Nutzer zu erstellen.

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