Rheinmetall: Mit Panzertechnik zur besseren Wasserstoffherstellung

In einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) erklärt Rheinmetall, dass das Tochterunternehmen KS Gleitlager GmbH eine neuartige Elektrodentechnologie entwickelt hat, um die alkalische Elektrolyse in absehbarer Zeit in industriellem Maßstab nutzen zu können.
Bei dieser Form der Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff kommen keine seltenen Metalle wie Iridium oder Platin zum Einsatz. Auch soll es möglich sein, auf den Einsatz von hochreinem Wasser zu verzichten und stattdessen beispielsweise normales Meerwasser zu verwenden. Auch andere Projekte wie H2Mare erforschen die Methode, die entscheidend für einen großflächigen Einsatz von Elektrolyseuren sein könnte.
Derzeit wird die größere Verbreitung der Energiespeicherung in Form von Wasserstoff noch durch eine aufwendige Wasseraufbereitung weit jenseits von Trinkwasserqualität und die hohen Materialkosten behindert.
Erfahrung mit der Metallverarbeitung entscheidend
Rheinmetall nennt die Kompetenzen bei der Entwicklung von Legierungen, bei Beschichtungsverfahren oder der Formung von Metallen, die innerhalb des Konzerns gebündelt werden konnten und entscheidend waren, um die Technik zu entwickeln. Beteiligt ist zudem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Ziel war es, die Produktion von grünem Wasserstoff deutlich günstiger zu realisieren. Laut eigenen Angaben konnte die Leistungsdichte im Vergleich zu bisherigen Methoden verdoppelt werden. Der Wirkungsgrad sei um zehn Prozent höher. Damit seien die Projektziele sogar übertroffen worden.
Altbekanntes Verfahren
Genutzt wird die alkalische Elektrolyse bereits seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Empfindlichkeit der eingesetzten Materialien und ein vergleichsweise niedriger Ertrag hatten einen umfangreicheren Einsatz bisher jedoch verhindert.
Die nun entwickelten Elektroden sollen dagegen hocheffizient und vor allem hochskalierbar sein. Eine erste Anlage zur Fertigung ist bereits in Planung und soll 2027 die neuen Elektroden herstellen können.
Gedacht wird bereits groß. Die Fertigungslinie soll eine Elektrodenbreite von zwei Metern erlauben, um Elektrolyseure mit einer Leistung von mehreren Megawatt herstellen zu können. In den nächsten Jahren soll die Gesamtleistung der Elektrolyseure, die vor allem die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energiequellen optimieren können, auf mehrere Gigawatt anwachsen.