Rheinland-Pfalz: Telekom versorgt schwierige Burg und Bundesland mit LTE
Die hügeligen engen Täler des Landes Rheinland-Pfalz sind für die Mobilfunkversorgung eine besondere Herausforderung. Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD)(öffnet im neuen Fenster) am 12. Juni 2020. Dreyer, Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner und Karl Graf zu Eltz besuchten die Burg Eltz, um sich vom LTE-Ausbau der Telekom zu überzeugen, der dort Ende 2019 abgeschlossen wurde.
Wössner gab bekannt, dass die Telekom die Auflagen zur Versorgung der Bevölkerung mit LTE-Mobilfunk in Rheinland-Pfalz nun erfülle. Der Netzbetreiber hatte laut Angaben der Bundesnetzagentur die Auflagen in den drei Flächenbundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland nur knapp verfehlt und mit 97 Prozent für die Hauptverkehrswege und mit 96 Prozent für die Schienenwege nicht erfüllt. Die Telekom nannte fehlende Standorte als Gründe.
Wössner erklärte am Freitag: "Wir versorgen heute schon 97 Prozent der Bevölkerung, und wir bauen weiter. Das ist nicht immer einfach. Denn leider haben wir nicht überall so viel Unterstützung erfahren wie beim Aufbau unseres Mobilfunkstandorts hier an der Burg Eltz. Fehlende Grundstücke und ausbleibende Genehmigungen bleiben ein großes Thema."
Nicht immer könnten Netzbetreiber wie die Telekom Mobilfunkstandorte dort errichten, wo es die Versorgung vorschreibe, erklärte Dreyer. Um beim Netzausbau vor Ort zwischen Mobilfunkunternehmen und Kommunen bei langwierigen Genehmigungsverfahren oder Einwänden zu vermitteln, habe die Landesregierung beim Wirtschaftsministerium die Clearingstelle Mobilfunk eingerichtet.
"Wo heute 3G ist, werden wir LTE und 5G zur Verfügung stellen. Nicht irgendwann, sondern in den nächsten sechs bis neun Monaten", sagte Wössner. Von den rund 1.600 Mobilfunkstandorten der Telekom in Rheinland-Pfalz sollen bis Jahresende rund 700 mit 5G funken. Bis Ende 2021 plant die Telekom im Bundesland über 200 neue Standorte und rund 380 Erweiterungen.
Auf der Burg Eltz in einem kleinen Seitental der Mosel mitten in einem Naturschutzgebiet ein Mobilfunknetz aufzubauen, war laut Telekom(öffnet im neuen Fenster) eine gewaltige Aufgabe. Denn der Antennenstandort musste durch ein drei Kilometer langes Kabel angebunden werden. Um die Natur zu schonen, hat die Telekom Teile der Trasse im Spülbohrverfahren verlegt. So wurde die Trasse wie in einem Tunnel vorangetrieben, während darüber die Oberfläche nicht beeinträchtigt wurde. Die Telekom wählte zudem nicht die kürzeste Strecke für ihr Kabel, sondern einen Weg, der Baumwurzeln schont.
Ein klassischer Mobilfunkmast in Stahlgitterbauweise oder Beton in direkter Nachbarschaft der Burg Eltz wäre nicht genehmigungsfähig gewesen. Und so dient nun eine Eiche aus dem Forst um die Burg, die ohnehin hätte geschlagen werden müssen, als getarnter Mobilfunkmast. In ihrem Wipfel hängen die 60-Zentimeter-Antennen für LTE 800, LTE 1800 und GSM. Sie sorgen für eine Datenrate von 250 Megabit pro Sekunde und versorgen das gesamte Elztal.
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