Orchestration Layer oben drüber
Laut Kleemann werde sich das AI-Grid künftig deutlich verändern: "Wir reden sogar heutzutage, wenn wir vom AI-Grid reden, davon, dass die in den nächsten Jahren immer kleiner werden. Und wir reden darüber, dass Haushalte ein kleines Datacenter haben könnten, um eben genau das Problem der Energie zu lösen. Das Einzige, was wir brauchen, und da arbeiten wir mit vielen Partnern schon dran, ist ein Orchestration Layer oben drüber, der das alles zu einem logischen Datacenter zusammenfasst."
Nokia hatte im Juni 2024 die Übernahme des US-amerikanischen Netzwerkspezialisten Infinera für rund 2,3 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese Akquisition war ein strategischer Zug, um sich in der Infrastruktur für Rechenzentren und künstliche Intelligenz unverzichtbar zu machen. Dafür rührte Kleemann die Werbetrommel.
Doch KI-Trainingscluster fressen gigantische Mengen an Energie. Ein einziges dieser neuen Rechenzentren benötigt oft eine konstante Dauerlast (Baseload) von 100 bis über 500 Megawatt – das entspricht dem Verbrauch einer mittelgroßen Großstadt.
Laut Michael Schultz, Referatsleiter Recheninfrastruktur und Anwendungen beim Bundesdigitalministerium, können Stadtwerke sich gegebenenfalls im Edge-Bereich von KI betätigen. "Nur 20 Prozent der aktuellen Rechenzentren sind im ländlichen Raum. 20 Prozent sind in sehr strukturschwachen und sehr gängigen Räumen. Ein Drittel ist ungefähr im Bereich Frankfurt-Rhein-Main", sagte Schultz.
Netcologne hatte nach zehnmonatiger Bauzeit am 5. September 2024 ein Rechenzentrum in Köln-Lövenich in Betrieb genommen(öffnet im neuen Fenster). Das 20-Millionen-Euro-Projekt ist als Co-Location-Zentrum konzipiert – externe Unternehmen mieten dort Fläche und Infrastruktur, um ihre eigenen Server zu betreiben. Horst Schmitz, Bereichsleiter Operations & Technology bei Netcologne berichtete: "Wir konnten in zehn Monaten das Rechenzentrum bauen, weil wir mit kompetenten Partnern zusammengearbeitet haben." Und letztendlich sei es dann auch die Erfahrung gewesen, die man bereits hatte.
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