RFC-Standard: Internet für End-Nutzer standardisiert
Das Internet Architecture Board (IAB) hat den Standard RFC 8890(öffnet im neuen Fenster) mit dem Titel "Das Internet ist für End-Nutzer" veröffentlicht. Das IAB agiert als eine Art oberstes Kontrollgremium über die technischen Spezifikationen, die festlegen, wie genau das Internet funktioniert. Die Spezifikationen selbst sind zwar nicht bindend und dienen lediglich zur Information. Dennoch wird der Internet Engineering Task Force (IETF), die wiederum für die technischen Standards zuständig ist, darin empfohlen, künftig die Bedürfnisse und Interessen der Nutzerinnen und Nutzer des Internets zu berücksichtigen.
Da die IAB aber auch eine Kontrollfunktion über die IETF ausübt, ist davon auszugehen, dass RFC 8890 einen bindenden Charakter für die Arbeiten der IETF haben soll – andernfalls könnte mit einem Veto des IAB zu rechnen sein. Basis des nun veröffentlichten Standards ist die Erkenntnis, dass sich die Standards zur Funktionsweise des Internets "unweigerlich über technische Überlegungen hinaus" auswirken.
Der nun veröffentlichten Standard ist der vorläufige Höhepunkt einer Diskussionen innerhalb der IETF, die spätestens seit den Snowden-Enthüllungen immer mehr zwischen den Interessen von Unternehmen, Regierungen und allen Endnutzern des Internets abwägen musste. Dabei hat unter anderem eine Arbeitsgruppe die Auswirkung der Standards auf Menschenrechte untersucht. Zudem werden bestimmte neue Verschlüsselungsstandards und -techniken auch vermehrt von Regierungen und Unternehmen kritisiert oder direkt blockiert.
Der Autor das Dokuments und Mitglied des IAB, Mark Nottingham, legt in seinem persönlichen Blog ausführlich dar(öffnet im neuen Fenster), wie es zu dem neuen Standard gekommen ist und warum dieser überhaupt nötig sei. Der Standard sei demnach "ein Aufruf an die Beitragenden der IETF, nicht mehr so zu tun, als könnten sie die nichttechnischen Konsequenzen ihrer Entscheidungen ignorieren, ein Aufruf für eine umfassendere Konsultation bei ihrer Entscheidung und dafür, sich auf die End-Nutzer zu konzentrieren."
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