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Solange die Miete für das Serverrack gezahlt wird, ist egal, was für ein Rechner drinsteckt.
Solange die Miete für das Serverrack gezahlt wird, ist egal, was für ein Rechner drinsteckt. (Bild: Randall Munro/Thing Explainer)

Rezension Thing Explainer: Genialer Aberwitz, der immer wieder süchtig macht

Solange die Miete für das Serverrack gezahlt wird, ist egal, was für ein Rechner drinsteckt.
Solange die Miete für das Serverrack gezahlt wird, ist egal, was für ein Rechner drinsteckt. (Bild: Randall Munro/Thing Explainer)

Viele Bilder, einfache Texte und sogar Aufklappseiten und ein Poster: Thing Explainer von XKCD-Erfinder Randall Munroe ist aufgebaut wie ein Sachbuch für Kinder. Erklärt wird aber wenig, weshalb wir, wie Kinder eben, immer weiter nachfragen müssen und damit nur schwer wieder aufhören können - oder wollen.
Von Sebastian Grüner

"Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht richtig verstanden", schreibt Microsoft-Gründer Bill Gates in seinem Blog über das Buch "Thing Explainer, Der Dinge-Erklärer - Komplizierte Sachen in einfachen Worten" von Autor Randall Munroe. Der XKCD-Zeichner will damit explizit erklären, was Dinge machen, nicht wie sie genannt werden. Dafür beschränkt sich Munroe zwar oberflächlich betrachtet völlig unnötig auf die tausend häufigsten Wörter. Der riesige Spaß, den der Autor damit hat, zieht sich aber durch das gesamte Buch und ist ansteckend.

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  • Der Dinge-Erklärer von Randall Munroe ist bei Knaus erschienen. (Bild: Knaus)
Der Dinge-Erklärer von Randall Munroe ist bei Knaus erschienen. (Bild: Knaus)

Als kleine Einstimmung dienen die Vorder- und Rückseite des Buches. Der Titel ist zum Beispiel mit den "hilfreichen" Erklärungen "Meine Name" und "Hier steht, was für ein Buch das ist" samt Pfeilen versehen, wobei der Einband auch Ausschnitte aus dem Buch selbst zeigt. Auf der Rückseite ist etwa ein "Stern mit Leuten aus einer Geschichte, die nach einem großen Sandhaufen heißt" abgebildet. Nur wer hier nicht sofort an Dune von Frank Herbert denkt, sollte besser die Finger von dem Buch lassen.

Darin betrachtet der studierte Physiker und ehemalige Nasa-Robotiker Munroe neben der Mondrakete ("Aufsteiger Fünf des US-Raumfahrtteams") allerlei weitere Weltraumtechnik wie etwa die "Wohngemeinschaft im Weltraum" (ISS) oder das "Raumfahrzeug der roten Welt" (Curiosity). Zu den einfach erklärten komplizierten Sachen gehören aber auch Alltagsgegenstände wie die "Box, die Nahrungshalter saubermacht" (Geschirrspüler), verschiedene Arten von "Booten" (Flugzeug, Hubschrauber, U-Boot, Spaceshuttle) oder die uns täglich umgebende Technik wie ein "Faltcomputer", "Handcomputer" oder "Bildermacher".

Stundenlange Internetrecherchen und schwelgen in Kindheitserinnerungen

Schon über die Überschriften muss sich der Leser mitunter den Kopf zerbrechen. Vertieft man sich dann in die aberwitzigen Zeichnungen mit ihren überbordenden Details und teils haarsträubend simplifizierten Erklärungen, fällt es wirklich schwer, das Buch wegzulegen. Und weil die kurzen Texte oft weniger erklären, als der Buchtitel verspricht, spornen sie uns noch mehr als das Buch "What if" aus dem vergangenen Jahr dazu an, uns über das Buch hinaus mit den einzelnen Darstellungen zu befassen. Das führt bei uns noch zu ausufernden Internetrecherchen. Und wir kramen altes und vergessen geglaubtes Wissen aus der Schule oder Uni hervor.

Das beginnt schon mit dem ersten komplexen Ding, der ISS. Dort heißt es zu dem Greifarm: "Dieser Arm wurde in einem Land mit viel Schnee hergestellt. Die Leute dort haben ihn auf ihr Geld gemalt". Wahrscheinlich wissen nur Raumfahrtfans sofort, welcher Staat damit gemeint ist, alle anderen müssen zum Rechner greifen.

Einen geradezu absurden Höhepunkt bildet das Periodensystem, die "Teile, aus denen alles gemacht ist". Mit dessen Beschäftigung allein lässt sich schon ein ganzer Tag füllen. Denn zusätzlich zu Namen wie "rotes Wasser", "Luft, die man für Fotoblitze nimmt", oder "Gold" werden viele Elemente einfach durch eine Kombination aus Bild und Text beschrieben wie "Metall, das nach dieser Gegend heißt" mit dem Umriss von Deutschland oder "Teil von dem hier" neben einem Salzstreuer.

So forciert "Thing Explainer" - wohl sehr bewusst - zahlreiche schöne Erinnerungen an die Nerdkindheit. Wie wir stundenlang im Museum waren, bis der Wachmann uns hinauswarf. Oder unsere Eltern es nicht schafften, uns zu stoppen, wenn wir immer wieder weiterfragten: "Und warum?"

Erwachsenenhumor im Kinderbuchformat 

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Kleba 08. Dez 2015

Deswegen hab ich das Buch auch von vornherein auf englisch gelesen :-) Musste wenn ich...

der_wahre_hannes 07. Dez 2015

Nein, das muss er nur bei Haudraufhumor. Es gibt aber auch hintergründigeren Humor, da...

Dingens 07. Dez 2015

hmm... na wat denn nu.

r3verend 07. Dez 2015

es wird ihm zumindest zugeschrieben :) aus den bestätigten Zitaten kann man aber mehrere...

Dragon Of Blood 05. Dez 2015

Mit weiter führenden links z.b. in Kooperation mit Wikipedia. Das wäre wirklich genial.



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