Revolution Software: Erfahrungen eines Kickstarters

Für kleine und mittlere Entwicklerstudios ist Kickstarter ein Segen - sagt Charles Cecil, Chef von Revolution Software. Er berichtet, was er aus der erfolgreichen Kampagne für Baphomets Fluch 5 gelernt hat.

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Baphomets Fluch 5
Baphomets Fluch 5 (Bild: Revolution Software)

Am 22. September 2012 war es geschafft: Das britische Entwicklerstudio Revolution Software hatte auf Kickstarter 771.560 US-Dollar von 14.032 Unterstützern für Baphomets Fluch 5 gesammelt - und Charles Cecil war ziemlich erleichtert. Auf der Quo Vadis 2013 in Berlin erzählte er, wie die Kampagne aus seiner Sicht verlaufen ist, und was er daraus gelernt hat. Einen Vorteil hatte er: Das Spiel war weit fortgeschritten und vorzeigbar, weil Revolution bereits rund eine halbe Million US-Dollar in die Entwicklung investiert hatte.

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Cecil unterteilt das Abenteuer Kickstarter in folgende Phasen: Planung, Start, Erreichen des Ziels - "in diesem Moment ändert sich die Beziehung zum Publikum vollständig", sagt er. Davor hoffe man mehr oder weniger bangend, das Mindestziel zu erreichen. Wenn das erreicht sei, gehe es darum, mit spannenden Stretch Goals die Summe weiter in die Höhe zu treiben, um ein möglichst hohes Budget für die Entwicklung zu haben. Zuletzt komme dann noch die Phase nach der Kampagne. "Wir hatten innerhalb weniger Tagen ein Forum online und stehen seitdem in engem Kontakt mit der Community".

Mit dem Erfolg der Kampagne ist er sehr zufrieden. "Fünf Jahre zuvor wäre es ein Traum gewesen, ein Projekt auf diese Art finanzieren zu können", so der Entwickler. "Wir verdanken das auch Social Media - ohne die Netze wäre auch Kickstarter nicht möglich". Revolution hat aber auch davon profitiert, dass jüngere Spieler die Serie Baphomets Fluch durch die Neuveröffentlichung der ersten Serienteile auf mobilen Plattformen kennenlernen konnten. Noch mehr Fans seien dazugekommen, als Apple eines der Adventures im Rahmen seiner Weihnachtskampagne einen Tag lang kostenlos angeboten hatte.

Eine der Entscheidungen, vor denen Revolution stand, war die Frage, ob sie ihr Projekt bei Kickstarter in Großbritannien oder in den USA laufen lassen. Cecil ist froh, dass er sich für die US-Seite entschieden hat: "Wir Europäer kommen mit dem Dollar klar, aber Amerikaner nicht unbedingt mit dem Euro - und sie sind einfach eine sehr wichtige Zielgruppe".

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Allerdings lässt US-Kickstarter Kampagnen nur zu, wenn ein Bankkonto in den USA vorhanden ist. Wie fast alle europäischen Entwickler hat auch Revolution das in Delaware beantragt, weil dort keine Steuern anfallen - musste dann aber mehrere Monate warten, weil das dort einfach lange dauert und sehr kompliziert ist. Nebenbei: Golem.de kennt mehrere deutsche Entwickler, die von diesem Problem ebenfalls kalt erwischt wurden und ihre Zeitplanung völlig neu ausrichten mussten.

Vertrauen ist wichtig

Für die eigentliche Kampagne hatte Revolution drei Kernbotschaften. Erstens: Es gibt noch viel zu erzählen über die Beziehung der beiden Hauptfiguren. Zweitens wollte man wie früher auf traditionelle 2D-Grafik setzen. Die dritte Botschaft lautete: "Ihr könnt uns vertrauen." Damit ist gemeint, dass Cecils etabliertes Studio die gleiche Qualität wie bei den früheren Teilen von Baphomets Fluch verspricht.

Das Video bei Kickstarter hält Cecil für extrem wichtig. So wichtig, dass er deswegen sogar einen eigentlich ungünstigen Termin - direkt nach der Gamescom 2012 - in Kauf genommen hat, um es zu optimieren. Zuvor hatten sich Spieler, die es vorab sehen konnten, über Darstellungsfehler beklagt.

Der größte Fehler, so Charles Cecil, sei die Wahl des Top-Stretch-Goals bei der Kampagne gewesen. Revolution hatte sich entschieden, bei der Summe von einer Million US-Dollar das Spiel Beneath a Steel Sky 2 bei Steam Greenlight einzureichen. In der Community sei das nicht gut angekommen, viele Fans hätten es als eine Art Geiselnahme von Baphomets Fluch 5 wahrgenommen. Immerhin, einen Vorteil habe der Fehler gehabt: Man sei dabei mit vielen interessanten Leuten aus der Szene ins Gespräch gekommen.

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