Review Bombing: Metacritic lässt zornige Spieler 36 Stunden warten

Die Spielentwickler mit einer Nutzerwertung bestrafen? Auf Metacritic geht das bei Neuheiten wie Ghost of Tsushima erst mit Verzögerung.

Artikel veröffentlicht am ,
Hauptfigur Jin in Ghost of Tsushima
Hauptfigur Jin in Ghost of Tsushima (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)

Auf der Webseite Metacritic können Computerspieler erst 36 Stunden nach der offiziellen Veröffentlichung eines Games ihre persönliche Wertung inklusive einer Note abgeben. Das ist neu, denn bisher war das sofort nach dem Start des jeweiligen Titels möglich. Von der Änderung ist ausschließlich die Rubrik Games betroffen - Filme, Musikalben und andere kulturelle Produkte lassen sich weiterhin sofort nach Release bewerten.

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Die Betreiber von Metacritic haben die Änderung laut Gamesindustry.biz bestätigt. Mit der Wartezeit soll sichergestellt werden, dass die "Spieler genug Zeit hatten, die Spiele vor dem Verfassen einer Bewertung lange genug zu spielen."

Einer der ersten betroffenen Titel ist das am 17. Juli 2020 von Sony für die Playstation 4 veröffentlichte Ghost of Tsushima. Das Actionspiel hat von den Nutzern eine Durchschnittswertung von 9.2 erhalten. Die ebenfalls von Metacritic erfassten Tests auf Webseiten kommen auf einen sehr guten Schnitt von 83.

Mit der Änderung will Metacritic offensichtlich vor allem das sogenannte Review Bombing verhindern. Gemeint ist das absichtliche Vergeben einer sehr niedrigen Bewertung aus Gründen, die nichts oder wenig mit dem eigentlichen Produkt zu tun haben, sondern etwa mit gesellschaftspolitischen Aussagen der Entwickler.

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Aus diesem Grund hatten in den vergangenen Wochen viele Spieler das ebenfalls von Sony veröffentlichte The Last of Us 2 mit niedrigen Wertungen auf Metacritic bestraft. Zeitweise lag der auf Basis von vielen Tausend Nutzertests ermittelte Durchschnittswert bei 0,1. Mittlerweile ist er auf einen Wert von 5,5 gestiegen.

Bei den allermeisten extrem negativen Bewertungen von The Last of Us 2 ging es primär darum, dass sich viele Nutzer an der im Spiel dargestellten Homosexualität gestört haben sowie an einer weiblichen Hauptfigur mit Körper- und Charaktereigenschaften, die traditionell eher Männern zugeschrieben werden.

Metacritic ist für die Spielebranche relativ wichtig. Zum einen hat die Seite eine große Reichweite mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verkaufszahlen. Zum anderen dient sie oft als vertraglich zwischen Entwicklerstudios und Publishern vereinbarter Maßstab für Qualität.

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Wenn also eine bestimmte Durchschnittswertung verfehlt wird, erhalten die Spieleproduzenten unter Umständen weniger Geld ausbezahlt. Das dürfte zwar die Entwickler von The Last of Us 2 oder Ghost of Tsushima nicht betreffen, weil beide Teams zu Sony gehören.

Kleinere Studios, die gute Arbeit abgeliefert haben, könnten von ungerechtfertigtem Review Bombing aber finanziell benachteiligt werden. Sie sind über die Wartezeit bei Metacritic vermutlich ganz froh.

Auch andere Portale sind von absichtlich negativen Wertungen betroffen. Besonders häufig hat es das in der Vergangenheit bei Steam gegeben. Dort gibt es mittlerweile einen Algorithmus, der Betreiber Valve warnt, sobald sich auffällige Noten häufen. Dann werden die Wertungen mit einer Art Review-Bombing-Markierung versehen und aus dem allgemeinen Schnitt herausgerechnet - Nutzer können sie aber manuell wieder in die Gesamtwertungen einfügen.

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Clown 25. Jul 2020

Wenn das die Empfindung der Leute ist, ist das keine weniger valide Meinung. Es ist eben...

Clown 23. Jul 2020

0-Bewertungen finde ich grundsätzlich affig bei Spielen, bei denen die Entwickler auch...

dragnod0 22. Jul 2020

Danke für den Schmunzler den du mir beschert hast xD Das kommt nicht "komisch" rüber...

Wisp 22. Jul 2020

haben meistens nur 1er und 5er Sternebewertungen. Dasselbe Problem also.



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