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Return to Silent Hill: 20 Jahre später - gleicher Regisseur, bekannte Probleme

Die Rückkehr nach Silent Hill sieht gut aus, ist aber ungefähr so spannend, wie jemandem zuzusehen, der ein langweiligeres Silent Hill 2 spielt.
/ Peter Osteried
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Pyramid Head ist auch im neuesten Film der Reihe dabei. (Bild: Leonine)
Pyramid Head ist auch im neuesten Film der Reihe dabei. Bild: Leonine
Inhalt
  1. Return to Silent Hill: 20 Jahre später - gleicher Regisseur, bekannte Probleme
  2. Wir verstehen wenig und interessieren uns auch nicht dafür

Vor 20 Jahren kam Silent Hill ins Kino. Der französische Regisseur Christophe Gans dreht nur selten, erarbeitete sich jedoch mit Crying Freeman und Der Pakt der Wölfe eine treue Fangemeinde. Aber schon Silent Hill war enttäuschend, weil er zwar wirkte wie ein Film gewordenes Spiel, allerdings leider auch reichlich leblos und spannungsarm daherkam.

Den zweiten Teil von 2012 inszenierte Gans nicht, für Return to Silent Hill (Kinostart: 5. Februar) stand er nun wieder parat. Sein künstlerisches Empfinden habe sich seit dem ersten Film verändert, sagt Gans. Die Reihe sei eine Art Anthologie – ähnlich wie Twilight Zone -, also ein Ort, an dem jede beliebige Geschichte erzählt werden könne.

Wieder düster und verworren

Daher muss man die ersten Teile nicht gesehen haben, um den neuen Silent-Hill-Film zu verstehen. Denn der Titel Rückkehr nach Silent Hill bezieht sich nicht auf die Handlung, sondern auf den Ort: Die Hauptfigur James lebte einst in Silent Hill und kehrt dorthin zurück.

Das Drehbuch, verfasst von Gans und den Drehbuchautoren Sandra Vo-Anh und Will Schneider, basiert auf dem Grusel-Adventure Silent Hill 2 ( hier im Golem-Test ), der 2001 erschienenen Fortsetzung des Verkaufsschlagers von Konami ( hier im Retro-Test ).

Das Videospiel setzt auf düstere und verworrene Geschichten – und das tut auch der neue Film. Er greift allerdings nur die Grundhandlung von Silent Hill 2 auf, in der James Sunderland einen Brief seiner totgeglaubten Ehefrau erhält, die ihn bittet, sie in Silent Hill zu treffen. Dort findet er statt seiner Frau jedoch unheimliche, teils untote oder verwirrte Gestalten, die ihm bei seiner Suche kaum weiterhelfen.

James im neuen Film ist ein Maler, der beim Ausweichen vor einem Lastwagen die Frau Mary fast über den Haufen fährt. Beide lernten sich in der Folge besser kennen und schließlich lieben, er zog mit ihr in ihre Geburtsstadt Silent Hill. Nach einiger Zeit kehrt er nun dorthin zurück, auf der Suche nach seiner mittlerweile eigentlich verstorbenen Frau. Aber als er in Silent Hill ankommt, ist nichts, wie es einmal war. Ascheregen, Nebel, verfallene Gebäude – all das begegnet ihm, während er beharrlich nach Mary sucht und sich dabei immer grauenhafteren Kreaturen stellen muss.

Viel Stil, wenig Substanz

Gemeinsam mit der für die Games verantwortlichen Firma Konami hat Gans eine neue Ästhetik für die Kreaturen entwickelt – auch für jene, die bereits in seinen früheren Filmen zu sehen waren. Wie früher schon setzt er hier Tänzer und Akrobaten ein, weil sie sich auf eine ganz besondere Art und Weise bewegen können. Die Ästhetik ist dem Stoff absolut angemessen.

Was Gans sehr gut kann: Bilder des Schreckens ausformen. Er schafft dabei stimmungsvolle Momente, die aussehen, als wären sie selbst ein Videospiel. Aber dieser Versuch, ein Videospiel filmisch lebendig werden zu lassen, hat seine Tücken.

Wenn die Hauptfigur durch dunkle Gänge hetzt, von Käfern oder anderen Monstern verfolgt wird und immer wieder um ihr Leben kämpft, dann mutet das an, als würde man jemandem dabei zusehen, wie er eine langweiligere Version von Silent Hill 2 spielt. Kurz gesagt: Das ist absolut uninteressant. Der Reiz des Games liegt in der Interaktivität und der Möglichkeit, selbst den Handlungsverlauf zu bestimmen. Ins Medium Film übertragen verliert das seine Wirkkraft, da man nichts entscheidet, sondern nur zusieht, wie die ausgesprochen leblos gestaltete Hauptfigur ihre Abenteuer erlebt.


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