Rettungsdienste überlastet: Wintersportler lösen mit Apple Watch viele Fehlalarme aus

Die Unfallerkennung von Apple soll Leben retten, doch Fehlalarme von Skifahrern und Snowboardern belasten Notrufzentralen.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Skifahrer (Symbolbild)
Skifahrer (Symbolbild) (Bild: Pexels/CC0 1.0)

Die Unfallerkennung von Apple rettet zweifellos Leben, aber es gibt weiterhin Bedenken hinsichtlich der Belastung der Notrufzentralen durch Fehlalarme, die dadurch ausgelöst werden. Nach einem Artikel der New York Post berichten mehrere Notrufzentralen in den USA, dass die Bearbeitung von Fehlalarmen, die durch Skifahrer und Snowboarder ausgelöst wurden, extrem zeitaufwendig sein kann.

Das Problem kam schon zu Beginn der Skisaison im November auf, doch nun ist sie im vollen Gange und die Fehlalarme sorgen für gefährliche Überlastungen. Apple scheint bisher nichts unternommen zu haben, um die Fehlerkennungen zu reduzieren.

Eine Notrufzentrale berichtet von drei bis fünf Notrufen pro Tag, die meisten davon unbeabsichtigt ausgelöst. Eine andere, die Notrufzentrale von Greene County im Bundesstaat New York, die Anrufe aus den beliebten Skigebieten Windham und Hunter Mountains entgegennimmt, verzeichnete im vergangenen Dezember bei aufgelegten Anrufen, offenen Leitungen und falsch gewählten Notrufen einen Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Dezember 2021.

Da die Träger der Uhren und Smartphones die Unfallerkennung oft gar nicht hören oder spüren, weil sie die Geräte unter mehreren Kleidungsschichten tragen, werden die Rettungsdienste nach Ablauf einer Karenzzeit automatisch benachrichtigt, dass eventuell ein Unfall geschehen ist.

Die Unfallerkennung ist eine Funktion aller iPhone-14-Modelle sowie der Apple Watch Series 8 und der Apple Watch SE der 2. Generation. Sie soll automatisch Autounfälle erkennen und einen Notruf absetzen, wenn der Träger der Geräte nicht auf einen Alarm reagiert. Apple sagt, dass es eine Mischung aus Labor-Crashtests und realen Crash-Daten sowie vier verschiedene Arten von Daten verwendet:

Plötzliche Geschwindigkeitsveränderungen: Ein Beschleunigungssensor mit hoher Auflösung erkennt extreme Beschleunigungen oder Verzögerungen von bis zu 256 G.

Abrupte Richtungsänderungen: Ein Gyroskop mit hohem Dynamikbereich überwacht drastische Richtungsänderungen des Fahrzeugs.

Änderungen des Drucks: Das Barometer kann Druckänderungen erkennen, die durch das Auslösen von Airbags verursacht werden.

Laute Geräuschpegel bei Aufprall: Während der Fahrt identifiziert das Mikrofon die extremen Schallpegel eines Aufpralls.

Achterbahnen reagieren empfindlich

Es dauerte nicht lange, bis man entdeckte, dass Achterbahnen unbeabsichtigte Alarme auslösen können. Einige Betreiber stellten deshalb dem Bericht nach bereits Schilder auf, auf denen die Besucher aufgefordert werden, die Geräte nicht mit auf die Fahrten zu nehmen oder sie auszuschalten.

US-Notrufzentralen in beliebten Skigebieten sind nun mit demselben Problem konfrontiert. Apple versucht bereits, das Problem anzugehen, und sagte, dass es Feedback von Notrufzentralen zu diesen Fehlalarmen sammelt, um zu sehen, was es noch tun kann.

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Lachser 19. Jan 2023

Und bei 256 ist fertig, weil der Sensor nur über 8 Bit verfügt. :-D (ja ich weiss, dann...

JensG 17. Jan 2023

Sollte dann ganz trocken in Rechnung gestellt werden. Muss man einkalkulieren wenn man...

JensG 17. Jan 2023

Diese "Fehlalarme" einfach den Kandidaten in Rechnung stellen, die sie auslösen. Dann hat...

Mnt 17. Jan 2023

Solange sich jemand bereiterklärt die Sache mit "Warum liegt hier eigentlich Stroh"? zu...



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