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Retrogaming: PS2-Sicherheitschip nach 26 Jahren vollständig geknackt

Das könnte Emulatoren, Homebrew und die langfristige Erhaltung alter Konsolen deutlich voranbringen.
/ Peter Steinlechner
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Verpackung der Playstation 2 (Jahr 2000) (Bild: Joe Raedle/Newsmakers)
Verpackung der Playstation 2 (Jahr 2000) Bild: Joe Raedle/Newsmakers

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Erscheinen der Playstation 2 ist eines ihrer letzten Hardwaregeheimnisse gelüftet. Dem Entwickler DiscoStarslayer und weiteren Beteiligten ist es laut Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) gelungen, den Sicherheitschip CXP102064 vollständig auszulesen. Der als Mecha Con bezeichnete Baustein steckt in frühen Modellen der PS2.

Die Arbeit daran dauerte rund vier Jahre. Zunächst wurde der Chip chemisch geöffnet, um das Silizium freizulegen. Anschließend wurden die Speicherstrukturen unter dem Mikroskop fotografiert und daraus die gespeicherten Daten rekonstruiert.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entdeckte die Entwicklerin Libby schließlich eine Schwachstelle, über die sich die Inhalte des Chips auch per Software extrahieren lassen.

Neue Möglichkeiten für Emulator- und Hombrew-Devs

Der Name Mecha Con steht für Mechanics Controller und beschreibt nur einen Teil seiner Aufgaben. Der Chip steuert das optische Laufwerk der Playstation 2, übernimmt aber auch wichtige Sicherheitsfunktionen. Unter anderem ist er an Sonys Magic-Gate-System sowie an der Entschlüsselung von KELF-Dateien beteiligt.

Interessant ist der vollständige Dump vor allem für Entwickler von Emulatoren und Homebrew-Software. Die bisher nur teilweise bekannte Funktionsweise des Chips lässt sich nun genauer untersuchen und bei einer möglichst vollständigen Low-Level-Emulation der Konsole berücksichtigen.

Sonys Rückblick auf drei Playstation-Generationen
Sonys Rückblick auf drei Playstation-Generationen (06:25)

Auch für die langfristige Erhaltung der Hardware könnte die Arbeit wichtig werden. Die optischen Laufwerke alter Playstation-2-Konsolen fallen zunehmend aus. Die neuen Erkenntnisse können bei Ersatzlösungen helfen.

Allerdings reicht der Dump allein noch nicht aus, um das komplette Laufwerk durch einen Optical-Drive-Emulator zu ersetzen. Denkbar sind alternative Mecha-Con-Lösungen, die weiterhin Teile der ursprünglichen Laufwerkselektronik verwenden.

Die Forschung betrifft zudem nicht nur die Playstation 2. Varianten der PS2-Hardware und der Mecha-Con-Firmware kamen auch in Arcade-Systemen wie Namcos System 246 und 256 sowie Konamis Python 1 zum Einsatz.


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