Retrogaming: New Nintendo 3DS XL wird zum teuren Sammlerstück

Die Gebrauchtpreise für Nintendos 3DS-Familie schießen seit kurzem in die Höhe. Wie Kotaku berichtet(öffnet im neuen Fenster) , werden vor allem Exemplare des New Nintendo 3DS XL auf Auktionsplattformen inzwischen häufig für rund 200 bis 350 US-Dollar gehandelt – vereinzelt auch darüber.
Noch vor etwa einem Jahr waren funktionierende Geräte teils für unter 100 US-Dollar zu bekommen. Auslöser der aktuellen Diskussion ist eine Auswertung des X-Accounts Pirat_Nation, der abgeschlossene eBay-Verkäufe gesammelt hat.
Demnach werden viele Gebote inzwischen in Preisregionen abgeschlossen, die in der Nähe oder sogar oberhalb des ursprünglichen Verkaufspreises liegen: Der 3DS startete 2011 mit rund 250 US-Dollar, der größere 3DS XL später mit etwa 200 US-Dollar in den Markt.
Besonders gefragt ist offenbar der 2014 erschienene New Nintendo 3DS XL ( Test auf Golem ) mit zusätzlichem C-Stick und schnellerer CPU, der schon zu Lebzeiten der Plattform als Premium-Variante galt.
Die Spieler von damals haben jetzt Geld
Geräte in gutem Zustand sind nur schwer unter 280 US-Dollar zu finden, während günstigere Angebote oft japanische LL-Modelle oder Handhelds mit Defekten sind.
Der 3DS selbst erschien 2011, wurde 2020 offiziell eingestellt und kommt zusammengerechnet auf knapp 76 Millionen verkaufte Systeme weltweit. Er setzt auf ein Klappdesign mit zwei Bildschirmen, oben mit autostereoskopischem 3D ohne Brille, und ist abwärtskompatibel zum Nintendo DS – ein wichtiger Grund für seine bis heute umfangreiche Spielebibliothek.

Warum die Preise gerade jetzt so stark steigen, ist nicht ganz klar. Naheliegend ist eine Mischung aus begrenztem Angebot und Nostalgie: Die Generation, die mit dem 3DS groß geworden ist, kommt inzwischen in ein Alter mit mehr verfügbarem Einkommen und verbindet mit dem Gerät andere Erinnerungen als etwa mit dem noch älteren Game Boy.
Gleichzeitig sorgt der Retro-Boom im Gaming dafür, dass beliebte Handhelds zunehmend als Sammlerstücke betrachtet werden und viele Fans bereit sind, dafür deutlich mehr als früher zu zahlen.



