Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Retrogaming: Maximal unnötige Minis

Nanu, die haben wir doch schon mal weggeschmissen – und jetzt sollen wir 100 Euro dafür ausgeben? Mit Minikonsolen fahren Anbieter wie Sony und Nintendo vermutlich hohe Gewinne ein, dabei gäbe es eine für alle bessere Alternative.
/ Peter Steinlechner
184 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork der Playstation Classic (Bild: Sony)
Artwork der Playstation Classic Bild: Sony

In einem sind wir alle uns vermutlich einig: Auf den Meeren dieser Welt treibt schon jetzt zu viel Plastikmüll. Mit irgendetwas müssen wir wohl anfangen beim Konsumverzicht, und ich schlage dafür die Miniversionen von alten Konsolen wie der SNES, dem Mega Drive oder der Playstation Classic vor – Letztere enthält gerade mal 20 installierte Games. Nebenbei: Die Minis bieten in erster Linie aufwendigst verpackte Emulatoren, und zwar nicht immer besonders gute.

So sehr ich Gadgets, Computer und andere Hightech-Produkte auch mag und manchmal liebe, so überflüssig finde ich es, mir eine Konsole zu kaufen, deren Original ich wie die meisten von uns vor Jahren mehr oder weniger wehmütig schon mal weggeschmissen habe – wegen Umzug, Platzmangel oder weil das Ding einfach genug Staub gesammelt hatte.

Ich glaube, dass die Hersteller mit den Minis ziemlich kaltschnäuzig eine eigentlich spannende Community ausnutzen: die Szene der echten Retrogamer. Wem es aber an Lust oder Know-how mangelt, auf dem Flohmarkt nach Ersatzteilen zu stöbern oder halb verfallene Kondensatoren zu restaurieren, kauft halt eine Mini – quasi als Eintrittskarte in einen tatsächlich recht exklusiven Club. Vermutlich vergammelt ein relativ großer Teil der kleinen Konsolen im Karton, ohne je ausgepackt oder länger als ein paar Stunden benutzt worden zu sein.

Das ist besonders ärgerlich, weil es umweltfreundliche und budgetschonende Alternativen gäbe. Wer Klassiker spielen möchte, findet im Netz riesige Mengen an Emulatoren und die Games dafür.

Deren Verwendung ist aus rechtlicher Sicht zwar mindestens problematisch. Aber wenn es primär um die Bewahrung der Spiele-Schätze ginge, könnten Sega, Sony, Nintendo und die anderen Anbieter ihre Programme jederzeit für die allgemeine Verwendung freigeben. Alternativ könnten sie etwa eine Playstation Classic als App für PC, Playstation 4 oder für mobile Endgeräte anbieten und damit Geld verdienen. Die Weltmeere fänden das bestimmt super!

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Analyse und Diskussion zur Playstation Classic
Analyse und Diskussion zur Playstation Classic (59:22)

Relevante Themen