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Retrofitting: UN-Regelwerk soll E-Auto-Umbau weltweit vereinfachen

Die UNECE plant harmonisierte Vorschriften für Elektro-Umrüstkits bis 2027. Private Garagen-Bastler könnten aber leer ausgehen.
/ Nils Matthiesen
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Globales Regelwerk für E-Auto Umbau geplant (Symbolbild) (Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)
Globales Regelwerk für E-Auto Umbau geplant (Symbolbild) Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) arbeitet an einem weltweit gültigen Regelwerk(öffnet im neuen Fenster) für den Umbau von Autos mit Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb. Eine Arbeitsgruppe unter dem Weltforum für Fahrzeugvorschriften soll bis zum Jahr 2027 harmonisierte Vorschriften entwickeln, die Mindestanforderungen für Umrüstkits festlegen und Leistungsanforderungen für umgebaute Fahrzeuge definieren.

Zudem soll die Neuregelung den Einsatz standardisierter Kits ermöglichen, die in allen teilnehmenden Ländern anerkannt werden. Die Arbeitsgruppe deckt alle Fahrzeugkategorien vom Zweirad bis zum Lkw ab. Geleitet wird sie von Frankreich und Spanien, unterstützt von Schweden, Deutschland, Großbritannien, Japan und der Europäischen Kommission.

Hürden für private Bastler

Bisher erfordert die Umrüstung in Deutschland eine teure Einzelabnahme, während in den meisten anderen Ländern jeglicher regulatorische Rahmen fehlt. Einzig Frankreich führte 2020 ein standardisiertes Zulassungsverfahren für Umrüstkits ein. Auch in Deutschland scheiterten Unternehmen, die den serienmäßigen Umbau versuchten. Es gibt jedoch eine aktive Tüftlerszene und kleinere Werkstätten, die Verbrenner umrüsten.

Die UNECE-Regelungen werden von 64 Vertragsstaaten anerkannt, darunter die gesamte EU, Großbritannien, Japan und Südkorea. Wenn die Arbeitsgruppe eine UN-Regulation für Retrofit verabschiedet, könnten EU-Mitgliedstaaten diese direkt in nationales Recht übernehmen und die Einzelabnahme ersetzen. Ob Selbstumrüster davon profitieren, ist offen. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass nur autorisierte Installateure Umbauten durchführen dürfen. Wer in der eigenen Garage schraubt, bliebe vorerst auf die nationale Einzelabnahme angewiesen.

Weltweit sind rund 1,4 Milliarden Pkw unterwegs. Retrofit könnte helfen, diesen Bestand schneller zu dekarbonisieren. Die französische Umweltbehörde Ademe errechnete 2021(öffnet im neuen Fenster), dass ein umgerüsteter Kleinwagen über seine Restlebensdauer 66 Prozent weniger CO2 verursacht als ein weiterbetriebener Diesel und 47 Prozent weniger als ein fabrikneuer Stromer, da die Karosserieproduktion entfällt. Wie groß der Klimavorteil ausfällt, hängt jedoch vom Fahrzeugtyp, der verbleibenden Restlebensdauer und dem jeweils genutzten Strommix ab.

Amortisation hängt vom Kraftstoff ab

Ein Umbau kann sich lohnen. Branchenanalysen von Esdi EV Technologies(öffnet im neuen Fenster) zufolge bewegen sich die Gesamtkosten je nach Fahrzeug und Anspruch zwischen 12.000 und über 50.000 Euro, wobei neuere Marktdaten von einem Durchschnittspreis von rund 20.000 Euro ausgehen. Die untere Grenze von 12.000 Euro für Basis-Kits gilt als optimistisch, bleibt aber je nach Fahrzeug realisierbar.

Eine spezifische Kosten-Nutzen-Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag des SWR(öffnet im neuen Fenster) veranschaulicht zudem die Wirtschaftlichkeit am Beispiel eines VW Golf: Bei Umbaukosten von 15.000 Euro für ein Diesel-Modell und einer Jahresfahrleistung von 14.000 Kilometern amortisiert sich die Investition nach rund sieben Jahren. Bei einem Benziner-Modell errechnete das Institut hingegen eine längere Amortisationszeit von neun Jahren, da die Kraftstoffeinsparung im Vergleich geringer ausfällt.


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