Retro: Mikroskop zeigt Bilder auf CED-Videodisc
Der Youtube-Kanal Tech Tangents hat eine CED-Videodisc (Capacitance Electronic Disc) unter ein relativ einfaches digitales Mikroskop gelegt und dabei eine interessante Entdeckung gemacht. Beim Bewegen der Disc unter dem Mikroskop konnte ein Bild aus dem Abspann sichtbar gemacht werden(öffnet im neuen Fenster) .
CEDs sind aus Vinyl und haben wie eine Audio-Schallplatte eine Rille. Diese ist mit 657 nm wesentlich schmaler als bei einer Schallplatte und speichert die Bild- und Audioinformationen analog. Fährt der Stylus über die Erhebungen in der Rille, wird über die Messung der Kapazität Bild und Ton erzeugt.
Dass das Bild des Abspanns sichtbar ist, liegt daran, dass er mit konstanter Geschwindigkeit vertikal scrollt. Auf einer CED enthalten benachbarte Spuren verschiedene Frames des gleichen Videosignals. Im Video gibt Tech Tangents noch eine detailliertere Erklärung, warum auf einer CED mitunter Filminhalte zu sehen sind.
CED war ein Flop
Die CED kann als Vorläufer der Laserdisc gesehen werden, die auch analoges Material enthält, das allerdings digital gelesen wird. Die CED gilt gemeinhin als Flop und als Sargnagel für den Hersteller RCA. RCA hatte mit der Entwicklung bereits 1964 begonnen, das System aber erst 17 Jahre später auf den Markt gebracht.
Die erwarteten Absätze konnte CED nie erreichen. RCA prognostizierte, dass vier Jahre nach er Einführung im Jahr 1981 bereits 50 Prozent der US-amerikanischen Haushalte einen CED-Player hätten – eine Zahl, die nie auch nur annähernd erreicht wurde. Bereits 1984 wurde die Produktion der CED-Player eingestellt.
Eine CED konnte pro Seite 60 Minuten Videomaterial aufzeichnen – ein Film mit einer Länge von über 120 Minuten war entsprechend nicht auf nur einer Platte unterzubringen. Eine CED war zudem wesentlich empfindlicher als ein VHS-Band, da sie wie eine Platte mittels eines Stylus abgetastet wurde. Die Disc nutzte sich zudem recht schnell ab, auch der Stylus musste regelmäßig getauscht werden.
Die fast zeitgleiche Verbreitung der Videokassette beendete das Kapitel CED recht schnell und sorgte bei RCA für einen Verlust von insgesamt 650 Millionen US-Dollar – inflationsbereinigt wären das heute über 2 Milliarden US-Dollar. Der finanzielle Verlust war einer der Gründe, warum General Electric RCA übernehmen konnte.



