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Retro-Gaming: Doom rendert im Teletext eines alten Röhrenfernsehers

Ein Programmierer hat einen neuen Weg gefunden, Doom zu spielen – im Teletext eines alten Fernsehers. Laufen muss das Spiel aber auf einem Rechner.
/ Tobias Költzsch
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Doom im Teletext (Bild: Lukneu/Github/Montage: Golem.de)
Doom im Teletext Bild: Lukneu/Github/Montage: Golem.de

Der Entwickler Lukneu hat auf Github(öffnet im neuen Fenster) einen Weg vorgestellt, den Spieleklassiker Doom im Teletext eines Fernsehers zu spielen. Das Spiel wird dabei komplett mit den verfügbaren Zeichen dargestellt, die im Grafikmodus des Teletexts aus einzelnen Blöcken mit maximal 2 x 3 Pixeln bestehen.

Doom selbst läuft nicht auf dem Fernseher, das Spiel wird lediglich im Teletext gerendert. Ausgeführt wird das Spiel auf einem separaten Rechner, auf dem auch die Signalpakete für den Fernseher erstellt werden. Über eine TCP-Verbindung werden sie an einen Fernseher oder ein anderes Gerät mit passender Software gesendet, die Teletext darstellen kann.

Das Spiel muss die ganze Zeit im Vordergrund auf dem mit dem Fernseher verbundenen Rechner laufen. Theoretisch sollte es auch möglich sein, Doom auf einem Raspberry Pi zu spielen und gleichzeitig darauf über eine Software das Teletext-Signal zu erstellen und in einem Programm anzuzeigen – ausprobiert hat der Programmierer dies aber nicht.

Version läuft flüssig

Lukneu hat die Teletext-Version so bearbeitet, dass sie spielbar ist – zumindest, was die Framerate und die Latenz angehen. Auf einem alten Funai-Röhrenfernseher läuft Doom bei dem Entwickler mit 30 fps, während moderne Smart-TVs Probleme mit der Framerate haben. Dort läuft das Teletext-Doom mitunter nur mit 3 fps und ist kaum spielbar. Das Spiel lässt sich sogar mit der Fernbedienung des Fernsehers steuern.

Die Grafik ist in etwa so, wie man sie von Teletext erwartet – was durchaus im Sinne des Entwicklers ist. Lukneu hat für das Rendering Level-1-Teletext verwendet, der weniger detaillierte Grafik zulässt. Das Ergebnis ist ein Bild, das so gut wie ausschließlich aus dunklen und hellen Bereichen besteht und keine Grautöne anzeigen kann.

Entsprechend verschwinden Details recht schnell. Es scheint definitiv zu helfen, Doom schon ein-, zweimal gespielt zu haben – die Position von Gegnern etwa ist aus der Ferne nur zu erahnen, wenn man nicht weiß, dass sie sich dort befinden. Lukneu hat auch die Statusleiste am unteren Rand des Bildschirms nachgebildet, inklusive der Gesichtsdarstellung, die den Gesundheitszustand des Spielers anzeigt. Die Menüs wurden für die Verwendung im Teletext angepasst, es gibt auch einen zweiten Grafikmodus mit noch höherem Kontrast.


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