Retro Computing: Lotus 1-2-3 auf Linux portiert

Das Tape-Archiv eines BBS mit Schwarzkopien aus den 90ern lädt Google-Entwickler Tavis Ormandy zum Retro-Hacking ein.

Artikel veröffentlicht am ,
Lotus 1-2-3 läuft in Linux.
Lotus 1-2-3 läuft in Linux. (Bild: Tavis Ormandy)

Der bei Google angestellte Hacker und Sicherheitsforscher Tavis Ormandy hat ein Faible für die Kommandozeile und Retro-Computing - insbesondere für die Tabellenkalkulationen Lotus 1-2-3 aus den 80ern. Ormandy schreibt gar, er wäre eine 1-Mann-Enthusiasten-Community für das Programm, immerhin pflegt er einen eigenen Display-Treiber, damit die Anwendung gut auf modernen DOS-Emulatoren aussieht. In seinem Blog beschreibt der Entwickler nun, wie er die Tabellenkalkulationen auf Linux portiert hat.

Stellenmarkt
  1. Spezialistin Supportmanagement (m/w/d)
    Stadtwerke München GmbH, München
  2. Senior SAP Consultant (w/m/d) HCM
    VRG HR GmbH', verschiedene Einsatzorte (Home-Office möglich)
Detailsuche

Der Erklärung zufolge versuchte Ormandy in den vergangenen Jahren vor allem immer wieder, mehr über die speziell für Lotus 1-2-3 erstellte Erweiterungssprache herauszufinden sowie über das dazu notwendige SDK. Das SDK selbst sei aber für rund 400 US-Dollar verkauft worden und Ormandy konnte davon zunächst kein Backup mehr ausfindig machen.

Wie der Entwickler aber schreibt, fand er letztlich eine Person, die "in der BBS-Szene der 90er Jahre als Sysop tätig war". In den Tape-Archiven der alten BBS-Nachrichten, die diese Person noch hatte, fand Ormandy eine Schwarzkopie des SDK und konnte damit neue Plugins bauen.

Darüber hinaus schreibt Ormandy: "Es stellte sich heraus, dass das BBS auch eine Schwarzkopie von Lotus 1-2-3 für Unix hatte. Dieses Programm galt weithin als verschollen - man sagte mir, dass es nicht mit einem populäreren Unix-Büropaket namens SCO Professional konkurrieren konnte, weshalb nicht viele Kopien verkauft wurden."

Lotus 1-2-3 für Unix auf Linux portiert

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    05.-09.09.2022, virtuell
  2. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ormandy musste daraufhin zunächst mit dem Abbild-Format aus den 80ern kämpfen, das er nie zuvor gesehen habe. In dem Archiv fand der Entwickler nach dem Umwandeln und Entpacken aber die komplette Binärdatei mit sämtlichen Symbolen und Debug-Informationen der Tabellenkalkulationen.

Um die Anwendung aber noch auf Linux ausführen zu können, musste der Objektcode von Coff in das Elf-Format von Linux überführt werden. "Lustigerweise war die erste Version von Linux noch nicht einmal veröffentlicht worden, als diese Objektdatei kompiliert wurde", schreibt Ormandy dazu. Probleme machten ihm zusätzlich zu dem Format auch inkompatible Systemaufrufe und weiteres.

Für die Umwandlung schrieb Ormandy deshalb ein eigenes kleines Programm. Die dazu notwendigen Wrapper-Funktionen bereiteten ihm aber wiederum einige Probleme, weil diese doch komplexer waren als erwartet. Zur Ausführung der Anwendung musste Ormandy aber auch noch sein Reverse-Engineering-Wissen nutzen, um die Lizenzabfrage von Lotus 1-2-3 zu umgehen.

Den Code, um die mehr als 30 Jahre alte Tabellenkalkulationen auf Linux auszuführen, stellte Ormandy auf Github. Eine Kopie des alten Lotus 1-2-3 hinterlegte der Entwickler darüber hinaus im Internet-Archiv.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


1st1 29. Mai 2022 / Themenstart

Die alten Wordstar-Versionen gab es für CP/M, MS-DOS und ein paar andere Betriebssysteme...

Urbautz 26. Mai 2022 / Themenstart

Wordperfect gibts noch heute. Dazu gibts OOo, Libreoffice, google docs, Softmaker Office...

Cryptokrat 26. Mai 2022 / Themenstart

Die Erwartungshaltung der User (alles muss so funktionieren wie gewohnt, sonst ist es...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen

Sicherheitsforscher haben eine Backdoor gefunden, die zuvor gehackte Exchange-Server seit 15 Monaten zugänglich hält.

Microsoft: Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen
Artikel
  1. Ayn Loki Zero: Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar
    Ayn Loki Zero
    Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar

    Es ist das bisher günstigste Modell in einer Reihe von vielen: Der Loki Zero mit 6-Zoll-Display nutzt einen Athlon-Prozessor mit Vega-Grafik.

  2. Ducati V21L: Ducatis elektrische Rennmaschine schafft 275 km/h
    Ducati V21L
    Ducatis elektrische Rennmaschine schafft 275 km/h

    Ducati testet seit einem halben Jahr ein Elektromotorrad für den Rennsport. Der italienische Hersteller nennt Details zu Leistung und Einsatz.

  3. Autonomes Fahren: Fahrerlose Taxis treffen sich und blockieren eine Kreuzung
    Autonomes Fahren
    Fahrerlose Taxis treffen sich und blockieren eine Kreuzung

    Fahrerlose Autos haben manchmal ihren eigenen Willen und können einen Stau verursachen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Top-Spiele-PC mit AMD Ryzen 7 RTX 3070 Ti 32GB 1.700€ • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€) Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /