Retbleed: Linux-Patches verursachen bis zu 70 Prozent Leistungseinbuße

Patches gegen CPU-Fehler im Zusammenhang mit spekulativer Ausführung machen Linux-Code langsamer. VMware berichtet nun aber von massiven Leistungseinbrüchen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Linux-Patches gegen Retbleed sorgen für Leistungseinbußen.
Die Linux-Patches gegen Retbleed sorgen für Leistungseinbußen. (Bild: Pixabay)

Die aktuelle Linux-Kernel-Version 5.19 enthält standardmäßig Patches gegen eine neuartige Variante der Spectre-Lücke, die als Retbleed bezeichnet wird. Unter bestimmten Umständen sorgen diese jedoch für massive Leistungseinbußen, wie sich nun im Test von VMware zeigt. Bei der Art der Sicherheitslücke und den damit verbundenen Gegenmaßnahmen sind Leistungseinbrüche zwar zu erwarten, VMware spricht aber von Verschlechterungen um bis zu 70 Prozent, was durchaus überrascht.

In einer Nachricht an die Mailing-Liste des Linux-Kernels berichtet der VMware-Angestellte Manikandan Jagatheesan davon, dass VMware diese Werte im Rahmen seiner standardmäßigen Tests der offiziellen Versionen des Hauptzweigs des Linux-Kernels erhalten habe. Die Leistung von Linux 5.19 sei dabei im Vergleich zu Linux 5.18 bewertet worden.

Linux-VMs, die auf dem ESXi-Hypervisor von VMware ausführt werden, hätten dabei eine um 70 Prozent geringere Rechenleistung. Zusätzlich dazu sei die Geschwindigkeit des Netzwerks um 30 Prozent reduziert und die Leistung des Festspeichers um 13 Prozent verringert. Laut dem Bericht kann dies direkt auf den Patch zurückgeführt werden, der die Retbleed-Lücke schließt. Ohne den Patch und die Spectre-Vorkehrungen seien die Leistung von Version 5.18 und 5.19 vergleichbar.

Die spekulative Ausführung von CPUs ist explizit dazu gedacht, deren Funktionen zu beschleunigen. Seit der koordinierten Veröffentlichung von Informationen zu den Lücken Spectre und Meltdown ist klar, dass Gegenmaßnahmen nicht nur schwierig sind, sondern auch, dass ein konsequentes Vorgehen die Leistung teils massiv drosselt. Doch schon bei den ersten Arbeiten an ursprünglichen Patches zeigten sich Möglichkeiten zur Verbesserung. Ob und inwiefern dies nun auch für die Retbleed-Patches gelten kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Daten von VMware könnten aber dafür sorgen, dass auch die Retbleed-Patches verbessert werden.

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JouMxyzptlk 13. Sep 2022

Thx für die Details!

Astorek 13. Sep 2022

Die Lücken samt Kernelpatches betraf auch die ARM-Architektur und lässt sich ebenfalls...

Ninos 13. Sep 2022

In den Browsern sind die Möglichkeiten beschränkt, weil die Browserhersteller nach der...

Vanger 12. Sep 2022

Nein. Das ist ja gerade das perfide an dieser Familie von Sicherheitslücken...



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