Ressourcenverbrauch: Rechenzentrum bezieht unbemerkt Millionen Liter Wasser
In Fayette County, Georgia, hat ein großflächiges Rechenzentrum des Betreibers Quality Technology Services (QTS) über einen längeren Zeitraum knapp 30 Millionen Gallonen (rund 113 Millionen Liter) Wasser verbraucht, ohne dass die zuständigen Behörden dies registrierten oder in Rechnung stellten, berichtet Politico(öffnet im neuen Fenster). Nach einer Untersuchung der lokalen Versorgungsbetriebe verfügte die Anlage über zwei industrielle Wasseranschlüsse, die nicht überwacht wurden. Ein Anschluss war ohne Wissen des Versorgers installiert worden, während der zweite nicht mit dem Kundenkonto verknüpft war.
Der Vorfall ereignete sich während einer Dürreperiode, in der die Anwohner dazu angehalten waren, ihren privaten Wasserverbrauch stark einzuschränken. Während Bürger über sinkenden Wasserdruck klagten, blieb der massive Mehrverbrauch des Rechenzentrums unbemerkt. Dabei wurde das Wasser nicht für die Kühlung, sondern primär für die Bauphase des QTS-Rechenzentrums benötigt. Nach Fertigstellung plant QTS, ein geschlossenes Kühlsystem (closed-loop cooling system) zu betreiben, das für die direkte Kühlung kein Wasser verbraucht. Die Bauarbeiten sollen jedoch noch bis zu fünf weitere Jahre andauern.
QTS beglich die Kosten von rund 150.000 US-Dollar nachträglich, nachdem das Problem gemeldet wurde. Sanktionen seitens des Landkreises gab es jedoch nicht, da die Behörden die Verantwortung teilweise bei sich selbst sahen und das Verhältnis zum größten Kunden nicht belasten wollten.
Veraltete Infrastruktur und Personalmangel
Als Grund für die mangelhafte Überwachung gaben die Behörden eine laufende Umstellung auf moderne, cloudbasierte Smart-Meter-Systeme an. Zudem sei die zuständige Abteilung unterbesetzt, so dass nur ein einziger Mitarbeiter für die Inspektion der Zähler zur Verfügung stehe. Der Vorfall unterstreicht die Herausforderungen, vor denen viele US-Regionen stehen: Der schnelle Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen trifft auf eine veraltete Wasserinfrastruktur.
Experten prognostizieren, dass sich der wasserassoziierte Verbrauch durch KI in den nächsten 25 Jahren mehr als verdoppeln wird(öffnet im neuen Fenster). Ein Großteil dieses Verbrauchs entfällt dabei nicht nur auf die Kühlung der Server vor Ort, sondern auch auf die Halbleiterfertigung und die Stromerzeugung in Kraftwerken. Rund 40 Prozent der weltweiten Rechenzentren befinden sich bereits in Gebieten mit Wasserknappheit, das Gleiche gilt für 29 Prozent der globalen Chip-Fabriken. Während Tech-Giganten wie Microsoft verstärkt auf KI-gestützte Leckerkennung setzen, reagieren viele Wasserversorger aufgrund von Cybersicherheitsbedenken noch zögerlich auf neue Technologien (American Water Works Association).
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