Ressl: LibreSSL-Projekt erstellt nutzerfreundliches SSL-API

Das von OpenBSD-Entwicklern gestartete LibreSSL-Projekt erstellt ein komplett neues API, das von OpenSSL und dem Fork abstrahiert. Die Schnittstelle soll auf tatsächliche Anwendungsfälle beschränkt bleiben und könnte universellen Charakter für den TLS-Stack bekommen.

Artikel veröffentlicht am ,
LibreSSL erarbeitet ein neues API für TLS-Verbindungen.
LibreSSL erarbeitet ein neues API für TLS-Verbindungen. (Bild: Bob Beck)

Bereits kurz nach der Ankündigung des OpenSSL-Fork durch das OpenBSD-Team haben laut dem Entwickler Ted Unangst viele kritisiert, dass das "OpenSSL-API so schlecht ist, dass es sich nicht lohnt, es zu erhalten". Wie Unangst nun in einer Rückschau auf die bisherige Entwicklung von LibreSSL bekanntgibt, arbeiten er und Joel Sing deshalb an einer Umsetzung eines neuen API.

Stellenmarkt
  1. Produktmanagerin / Produktmanager für die elektronische Akte (m/w/d)
    Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf
  2. SAP ABAP Senior Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Hamburg
Detailsuche

Die neue Schnittstelle werde vorerst unter dem Namen ReSSL entwickelt, der in etwa für "SSL neu gedacht" stehen könnte, schreibt Unangst in der Zusammenfassung seines Vortrags auf der EuroBSD-Konferenz. Bisher hat das LibreSSL-Projekt die API zu OpenSSL kompatibel gehalten, um schnell und erfolgreich von anderen Projekten eingesetzt werden zu können. Darauf baut die neue Schnittstelle nun auf.

Hauptziele von ReSSL sind "Konsistenz und Einfachheit". Die Bibliothek ist als Antwort auf die Frage "Was möchte ein Nutzer machen?" geschrieben und nicht etwa als Antwort auf "Was erlaubt das TLS-Protokoll einem Nutzer?". Mit der neuen Software ist es möglich, "sichere Verbindungen mit einem Server aufzunehmen, einen sicheren Server aufzusetzen und einige Daten über diese Verbindung zu lesen und zu schreiben".

Um das zu erreichen, werden keinerlei Interna aus OpenSSL oder ReSSL, wie Typen oder Funktionen, preisgegeben. Denn Nutzer oder auch Entwickler sollten sich eigentlich so gut wie nie Gedanken über X.509 oder ASN.1 machen müssen. Folglich ließe sich das API auch sehr einfach in andere Sprachen einbinden. Es sei sogar so einfach, dass damit fast genauso gut der Transport über einen SSH-Tunnel beschrieben werden könne, schreibt Unangst.

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2021, Virtuell
  2. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.–28. Oktober 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Darüber hinaus erlaube die aktuelle Implementierung die Verwendung mit OpenSSL, aber auch mit anderen Projekten, die einen TLS-Stack anbieten. Denn es wird nicht einfach versucht, das OpenSSL-API nachzubauen, sondern ein so abstraktes und so gutes API bereitzustellen, dass andere dieses allgemeine API ebenfalls nutzen können. Denn der Bruch mit der Monokultur helfe dem gesamten Ökosystem.

Hostname-Verifikation und erste Client-Anwendungen

Die wohl herausragendste neue Funktion in ReSSL ist die Verifikation des Hostname. Denn neben der Überprüfung des Zertifikats muss, um die Sicherheit zu gewährleisten, auch der Hostname in dem Zertifikat mit dem der aktuellen Verbindung verglichen werden. Doch Letzteres werde oft vergessen, da OpenSSL diese Funktion nicht anbiete und sie selbst implementiert werden muss.

Zwar gebe es viele Sprachanbindungen für die Funktion, etwa in Python oder Ruby, die Umsetzung werde trotzdem oft vergessen. Zudem unterscheide sich der Code der einzelnen Implementierungen sehr häufig im Detail, da jeder diesen neu schreiben muss. Das betreffe vor allem Situationen mit Wildcard-Zertifikaten oder eingebetteten Null-Bytes. Die Überprüfung des Hostname ist in ReSSL immer aktiviert, es gebe außerdem keine Möglichkeit, die Funktion ohne die Verifikation aufzurufen.

Damit sich das neue API durchsetzt, müssen die Anwendungen umgeschrieben werden, die SSL- beziehungsweise TLS-Verbindungen verwenden. Ebenso muss die Schnittstelle in ihrer Verwendung getestet werden. Dazu synchronisiert das Team die Entwicklung von ReSSL mit den OpenBSD-eigenen FTP-Client und HTTP-Daemon, damit sich ReSSL wie gewünscht weiterentwickeln kann.

Für die Verwendung in externen Programme ist die Bibliothek wohl derzeit aber noch nicht reif genug, wie Unangst einräumt. Das dauere voraussichtlich noch einige Monate. Der Code des neuen API findet sich unter dem Namen Libressl, der des OpenSSL-Forks wird in Libssl gepflegt. Die portable Version von Letzterem steht über die Server von OpenBSD bereit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Snapdragon 8 Gen1
Der erste ARMv9-Smartphone-Drache ist da

Neuer Name, neue Kerne: Der Snapdragon 8 Gen1 nutzt ARMv9-Technik, auch das 5G-Modem und die künstliche Intelligenz sind viel besser.

Snapdragon 8 Gen1: Der erste ARMv9-Smartphone-Drache ist da
Artikel
  1. 470 - 694 MHz: Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu
    470 - 694 MHz
    Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu

    Nach dem Vorstoß von Baden-Württemberg, einen Teil des Frequenzbereichs an das Militär zu vergeben, gibt es nun Kritiken daran aus anderen Bundesländern.

  2. Prozessoren: Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus
    Prozessoren
    Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus

    Tausende ältere CPUs und andere Hardware lagern bei Intel in einem Lagerhaus in Costa Rica. Damit lassen sich Probleme exakt nachstellen.

  3. Factorial Energy: Mercedes und Stellantis investieren in Feststoffbatterien
    Factorial Energy
    Mercedes und Stellantis investieren in Feststoffbatterien

    Durch Festkörperakkus sollen Elektroautos sicherer werden und schneller laden. Doch mit einer schnellen Serienproduktion ist nicht zu rechnen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: Bis zu 75% auf Switch-Spiele • AOC 31,5" WQHD 165Hz 289,90€ • Gaming-Sale bei MediaMarkt • G.Skill 64GB Kit DDR4-3800 319€ • Bis zu 300€ Direktabzug: u. a. TVs, Laptops • WD MyBook HDD 18TB 329€ • Switch OLED 359,99€ • Xbox Series S 275,99€ [Werbung]
    •  /