• IT-Karriere:
  • Services:

Responsible Disclosure: "Wir sollten die Kriminellen aushungern"

Patchdays sind für Administratoren längst zum Alltag geworden. Doch dass immer mehr Informationen über Sicherheitslücken bereitgestellt werden, sei nicht nur positiv, sagt Oded Vanunu. Er ist bei Checkpoint für die Sicherheit der Produkte zuständig - und fordert ein Umdenken.

Ein Interview von veröffentlicht am
Oded Vanunu ist bei Checkpoint für die Sicherheit der Produkte zuständig.
Oded Vanunu ist bei Checkpoint für die Sicherheit der Produkte zuständig. (Bild: Hauke Gierow)

Patchdays sind eine große Errungenschaft für die IT-Sicherheit - Sicherheitslücken werden von den meisten Softwareherstellern heute systematisch und deutlich schneller geschlossen als noch vor ein paar Jahren. Doch die Sicherheitsfirma Checkpoint beobachtet einen Trend, der die klassische Disclosure-Politik verändern könnte: Die Informationen über Sicherheitslücken werden von Kriminellen genutzt. Müssen Unternehmen ihren Umgang mit Schwachstellen ändern? Darüber haben wir mit Oded Vanunu, Head Of Products Vulnerability Research bei Checkpoint, am Rande von Checkpoints Hausmesse CPX in Mailand gesprochen.

Golem.de: Die Bedrohungslage im Bereich IT-Sicherheit hat sich in den vergangenen Jahren verändert, mehr Unternehmen schließen Sicherheitslücken regelmäßig an einem Patchday. Was denken Sie darüber?

Oded Vanunu: Ich erwarte von allen Software-Anbietern, dass sie ein organisiertes Patch-Management haben. Sie sollten viel stärker in Bezug auf ihre Sicherheit bewertet werden und nicht so stark nach Features. Das ist im Moment das größte Problem in der IT-Welt. In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Bereich viel getan, das begrüße ich. Doch ich sehe ein Problem: Es gibt Unternehmen mit sehr viel installierter Software, Adobe und Microsoft sind Beispiele. Jede noch so kleine Sicherheitslücke kann hier ausgenutzt werden - und nicht nur die Funktion der Software selbst, sondern auch die anderen mit dem Netzwerk verbundenen Geräte.

"Innerhalb weniger Tage werden funktionierende Exploits erstellt"

Golem.de: Gibt es auch Probleme mit den Patchdays?

Stellenmarkt
  1. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm
  2. Burger King Deutschland GmbH, Hannover

Vanunu: Ja. In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder darüber nachgedacht, ob wir unseren Umgang mit der Veröffentlichung von Sicherheitslücken ändern sollten. Denn es gibt einen neuen Zyklus: Wir sehen immer öfter, dass die detaillierten Informationen, die über Sicherheitslücken veröffentlicht werden, von Kriminellen genutzt werden, um Angriffe zu starten. Mein Problem ist, dass Cybercrime-Banden regelrecht nach kritischen Sicherheitslücken jagen und aktuelle Patches per Reverse-Engineering analysieren.

Sie erstellen dann sofort funktionierende Exploits auf Basis dieser Informationen. Und sie wissen, dass sie ein großes offenes Fenster für Angriffe haben, bis die Patches überall eingespielt werden. Wir als IT-Sicherheitscommunity geben möglicherweise zu viele Informationen weiter - und daraus entsteht eine sehr schlechte Situation. Wir geben sehr viele Informationen weiter, die zum Bauen von Exploits genutzt werden können, teilweise sogar den Namen einer einzelnen, verwundbaren Funktion. Und wir wissen mittlerweile, dass Cybercrime-Banden wenig Ressourcenprobleme haben und solche Exploits in Kampagnen nutzen können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wir sollen mit der Veröffentlichung von Details zurückhaltender sein 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-79%) 21,00€
  2. 12,49€
  3. 3,99€

cpt.dirk 11. Jun 2017

Die Praxis der vielen oftmals sogar völlig vertraulich und unternehmensfreundlich...

cpt.dirk 11. Jun 2017

Kann man so pauschal nicht sagen. Ein Großteil der proprietären Systeme "da draußen...

Baker 08. Jun 2017

Soweit ich es verstanden habe, ist das die Hauptaussage dieses "Experten". Klingt nicht...

Cok3.Zer0 07. Jun 2017

Wenn das Update dann überhaupt funktioniert. Sie haben's auf jeden Fall irgendwann im...

__destruct() 07. Jun 2017

Spätestens da bekommt doch jeder mit, was die Lücke ist, und gemäß dem, was auf der 1...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad X1 Fold angesehen (CES 2020)

Das Tablet mit faltbarem Display läuft mit Windows 10X und soll Mitte 2020 in den Handel kommen.

Lenovo Thinkpad X1 Fold angesehen (CES 2020) Video aufrufen
Nitropad im Test: Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt
Nitropad im Test
Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt

Das Nitropad schützt vor Bios-Rootkits oder Evil-Maid-Angriffen. Dazu setzt es auf die freie Firmware Coreboot, die mit einem Nitrokey überprüft wird. Das ist im Alltag erstaunlich einfach, nur Updates werden etwas aufwendiger.
Ein Praxistest von Moritz Tremmel und Sebastian Grüner

  1. Nitropad X230 Nitrokey veröffentlicht abgesicherten Laptop
  2. LVFS Coreboot-Updates sollen nutzerfreundlich werden
  3. Linux-Laptop System 76 verkauft zwei Laptops mit Coreboot

Alphakanal: Gimp verrät Geheimnisse in Bildern
Alphakanal
Gimp verrät Geheimnisse in Bildern

Wer in Gimp in einem Bild mit Transparenz Bildbereiche löscht, der macht sie nur durchsichtig. Dieses wenig intuitive Verhalten kann dazu führen, dass Nutzer ungewollt Geheimnisse preisgeben.


    Unitymedia: Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS
    Unitymedia
    Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS

    Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia stellt sein Netz derzeit auf Docsis 3.1 um. Für Kunden kann das viel Arbeit beim Austausch ihrer Fritzbox bedeuten, wie ein Fallbeispiel zeigt.
    Von Günther Born

    1. Hessen Vodafone bietet 1 GBit/s in 70 Städten und kleineren Orten
    2. Technetix Docsis 4.0 mit 10G im Kabelnetz wird Wirklichkeit
    3. Docsis 3.1 Magenta Telekom bringt Gigabit im Kabelnetz

      •  /