Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Resident Evil: Death Island: Technisch toll, inhaltlich der übliche Zombiekram

Resident-Evil -Fans wurden mit Realverfilmungen nicht gerade verwöhnt. Der fünfte Animationsfilm, der heute fürs Heimkino herauskommt, bezieht seinen Reiz aus der tollen Optik – weniger aus der Story.
/ Peter Osteried
22 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Helden sind vereint: Auf Alcatraz kämpfen sie für die Zukunft der Menschheit. (Bild: Plaion Pictures)
Die Helden sind vereint: Auf Alcatraz kämpfen sie für die Zukunft der Menschheit. Bild: Plaion Pictures

Das filmische Franchise rund um Resident Evil ist in den vergangenen rund 20 Jahren stark angewachsen. Neben den sechs Realfilmen mit Milla Jovovich, dem Neustart Resident Evil: Welcome to Raccoon City und der Realserie bei Netflix, gab es noch eine Animationsserie für Netflix und vier Animationsfilme. Der fünfte Film Resident Evil: Death Island(öffnet im neuen Fenster) kommt am 19. Oktober 2023 auf DVD und Blu-ray heraus.

Reizloser Film mit reizvollem Team-up

Die Geschichte beginnt Ende der 1990er Jahre, als Raccoon City von den Zombies überrannt wurde und ein Söldnertrupp der Umbrella Corporation aufräumen sollte, aber selbst den Untoten zum Opfer fiel. Was damals passierte, wirkt sich auf die Gegenwart aus, denn auf der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz plant jemand den ganz großen Schlag gegen Umbrella und die Menschheit. Es gibt einen neuen Weg der Infektion.

Um zu verhindern, dass es zur Katastrophe kommt, müssen Leon S. Kennedy, Jill Valentine und die Redfield-Geschwister Chris und Claire zusammenarbeiten. Das ist der eigentliche Reiz dieses eher reizlosen Films. Denn bei den früheren Animationsfilmen gab es dieses Team-up nicht, hier finden sich nun einige der beliebtesten Figuren des Franchise für ein gemeinsames Abenteuer ein.

Ein kurzer Film

Mit einer Laufzeit von 90 Minuten ist Resident Evil: Death Island kurz geraten. Mehr Laufzeit ist angesichts einer extrem simplen Geschichte aber auch überflüssig. Das Einzige, was die Story etwas verkompliziert und immer wieder zum Erliegen bringt, sind Rückblicke zu den Söldnern, deren Schicksal sich ja fast von selbst ergibt.

Der Film überlässt dem Zuschauer keinerlei Denkarbeit. Jede Information wird wie bei der Fütterung eines Kleinkinds häppchenweise gereicht. Wirklich mitreißend ist die Geschichte nicht; sie variiert nur, was man ohnehin schon oft gesehen hat und setzt im Grunde nicht die früheren Filme fort, sondern kocht erzählerisch ein eigenes Süppchen.

Man sollte meinen, dass das den Film einsteigerfreundlich macht, doch weit gefehlt. Irgendwie hat man ständig das Gefühl, als hätte man vor diesem Film noch etwas anderes sehen sollen. Allzu lange denkt man jedoch nicht darüber nach, weil es letztlich nicht lohnt. Es gibt Action, mehr will der Film nicht bieten.

Die Action ist schön umgesetzt, dynamisch, abwechslungsreich, angenehm fürs Auge. Aber auch hier gilt natürlich: Es gibt nichts, was man nicht schon gesehen hätte.

Animation in manchen Szenen grandios

Man sieht dem Film an, wie weit die Computeranimation fortgeschritten ist. Von Film zu Film ist eine Entwicklung festzustellen, schließlich ist Resident Evil: Vendetta auch schon wieder sechs Jahre her. In manchen Szenen wird Fotorealismus erreicht, man sieht praktisch keinen Unterschied mehr zu echten Menschen.

Das ist nicht durchgehend so. Gerade bei Bewegungsabläufen merkt man, dass keine realen Menschen agieren. Beim Laufen gibt es keine Ungenauigkeiten, jeder Schritt ist gleich. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis auch das kein Problem mehr ist. In anderen Szenen ist die Animation einfach grandios. Mit Textur in Gesichtern, Kleidern und Hintergründen wird die Illusion von Realität erzeugt.

Anzeige

Resident Evil: Death Island [Blu-ray]

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Technisch ist Resident Evil: Death Island damit durchaus ein Triumph, inhaltlich gibt es aber nur den altbekannten Zombiekram. Eine andere Form der Infektion ändert daran nicht viel.

Im Grunde ist dies ein Film für ganz harte Resident-Evil-Fans, die einfach jedes Game spielen und jede Verfilmung sehen wollen. Angesichts dessen, dass die Fans mit den letzten Realfilmversuchen nicht gerade verwöhnt wurden, mag ein Film wie Resident Evil: Death Island besser wirken, als er ist.


Relevante Themen