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Resident Evil 4 Remake im Test: Gruselig gutes Horrorabenteuer

Condor One sucht Baby Eagle: Superpolizist Leon muss im gelungenen Remake von Resident Evil 4 die Tochter des US-Präsidenten retten.
/ Peter Steinlechner
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Artwork des Remakes von Resident Evil 4 (Bild: Capcom)
Artwork des Remakes von Resident Evil 4 Bild: Capcom

Beim nächsten Urlaub in Spanien werden wir zumindest die ersten Stunden ein bisschen misstrauisch sein: Gucken die Leute irgendwie komisch, schleichen sie merkwürdig um uns herum? Der Grund sind die Erfahrungen, die wir im neuen Resident Evil 4 gemacht haben – ein Remake des Capcom-Klassikers von 2005 ( Test des Originals auf Golem.de ).

Da verschlägt es uns als Polizist Leon (Codename: Condor One) in das ebenso abgelegene wie fiktive spanische Örtchen Pueblo. Unser Job: Wir sollen Baby Eagle retten – das ist im Spiel der Codename der Tochter des US-Präsidenten, die von der Los-Illuminados-Sekte entführt wurde.

Die Handlung orientiert sich sehr weitgehend am Original, auch deshalb verzichten wir hier auf weitere Details.

Wären die Handlung, der Ort und einige andere wichtige Elemente nicht: Uns hätte man Resident Evil 4 auch als neues Spiel verkaufen können. Die Entwickler bei Capcom haben ein gruseliges Horrorabenteuer geschaffen, bei dem es so gut wie keine veraltetet wirkenden Elemente gibt.

Große Ausnahme sind das Inventar und die Karte mit ihrer antik wirkenden, auf den zweiten Blick aber durchaus komfortablen Bedienung. Allerdings kennen wir Aufbau und Look der Menüs auch aus den tatsächlich neuen Serienablegern, etwa Resident Evil 8.

Im Remake steuern wir Leon aus der Schulterperspektive auf weitgehend schlauchigen Wegen durch das spanische Dorf. Immer wieder müssen wir gegen die wie ferngesteuert wirkenden Einwohner kämpfen, die uns mit Mistgabeln und Macheten, aber auch mit Granaten angreifen.

Über weite Strecken der rund 15 Stunden langen Kampagne ist der Schwierigkeitsgrad im mittleren von drei Stufen ziemlich fair, lediglich einige Bosskämpfe werden fordernd. In allen Kämpfen sollten wir mit der zielgenauen Pistole von Leon die untoten Köpfe oder Beine ins Visier nehmen – oder zur Schrotflinte greifen, was die Bedrohung meist mit einem Schuss erledigt. Allerdings gibt's für diese Waffe nur wenig Munition.

Dazu kommen sehr einfache Rätselaufgaben, beispielsweise müssen wir ein Zahnrad für eine mechanische Vorrichtung finden und es dann korrekt einsetzen, um ein Gittertor zum nächsten Abschnitt zu öffen.

Nach und nach kommen mit einer mustergültigen Lernkurve noch ein paar weitere Elemente und Herausforderungen dazu. Etwa ein Händler, bei dem wir unsere Kampfmesser widerstandsfähiger machen und reparieren können – sie nutzen sich ab.

Unseren Schusswaffen können wir mehr Durchschlagskraft oder eine höhere Feuerfrequenz verpassen. Dabei müssen wir entscheiden, wie wir die gefundenen Peseten möglichst sinnvoll passend zu unserem Spielstil einsetzen, was durchaus knifflig sein kann.

Resident Evil 4 Remake: Verfügbarkeit und Fazit

Neben der Grafik gibt es durchaus auch inhaltliche Änderungen gegenüber dem Original. So können wir nun schleichen, wodurch wir etwas einfacher unmittelbar hinter Feinde kommen und ihnen ein Messer in den Hals rammen können.

Viele Gebiete wurden leicht geändert, gleich das erste Haus etwa besteht nicht nur aus einer Etage, sondern hat einen zweiten Stock bekommen – und damit ein bisschen mehr Gebiet zum Absuchen nach Extras.

Das Programm basiert wie die anderen neueren Resident Evil auf der RE Engine von Capcom(öffnet im neuen Fenster) , Optik und Atmosphäre sind ähnlich: Wir sind in meist leicht sepiafarben aussehenden Umgebungen unterwegs, die auf den ersten Blick gar nicht so viel hermachen.

Wenn man sich dann aber Texturen und Objekte anschaut, sieht das gut und vor allem sehr detailreich aus. Nur mit Gestrüpp und Unterholz kommt die Engine nicht gut klar, was hier leider öfter dezent negativ auffällt.

Bei der Konsolenversion können wir die übliche Wahl zwischen Bildrate und Auflösung treffen, auf allen Plattformen lässt sich Raytracing für Spiegelungen aktiveren.

Allerdings sehen wir das nur an wenigen Stellen, etwa Pfützen, wenn wir genau hinschauen. Probleme mit Bugs hatten wir in unserer Version (Xbox Series X) nicht. Die PC-Systemanforderungen(öffnet im neuen Fenster) sind moderat.

Das Remake von Resident Evil 4 erscheint am 24. März 2023 für Windows-PC (Steam, rund 60 Euro) sowie für Xbox Series X/S und Playstation 5 (jeweils rund 70 Euro). Es gibt keinen Multiplayermodus.

Resident Evil 4 Remake – Trailer (Ankündigung 0622)
Resident Evil 4 Remake – Trailer (Ankündigung 0622) (02:13)

Die deutsche Sprachausgabe finden wir gelungen, von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 18 Jahre erhalten. Für alle Plattformen gibt es eine spielbare Demoversion (Chainsaw Demo, als Download über Steam und die Konsolen-Stores).

Fazit

Was Capcom seit einigen Jahren innerhalb der Serie Resident Evil als neues Spiel und als Remake veröffentlicht, kriegt in dieser Qualität kein anderer Hersteller vergleichbar gut hin. Nun schafft es Resident Evil 4 sogar, unter all diesen Hochkarätern ein besonderes Glanzlicht zu sein.

Das liegt an der schon erstklassigen Vorlage. Dazu kommen eine aufwendige, herrlich düstere Grafik, eine tolle Soundkulisse sowie sinnvolle Verbesserungen wie das Schleichen. Alles wirkt stimmig und ausgefeilt bis ins Detail, die abwechslungsreichen Kämpfe und die Rätseleinlagen ergeben ein stimmiges Ganzes.

Und auch wenn die Handlung um die Präsidententochter ein bisschen größenwahnsinnig wirkt, ist sie doch spannend inszeniert. Das originelle, zum Glück nicht überstrapazierte Szenario rund um das spanische Dorf gefällt uns auch. Alles in allem ist das Remake von Resident Evil 4 fast schon Pflicht für Fans von gruseligen Abenteuern.


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