Die Überwachung der Gesellschaft greifbarer machen

Doch wie bekommt man die Leute überhaupt erst dazu, aktiv zu werden? Trotz der Erfolge wie den Protesten gegen das Acta-Abkommen ist auch im Jahr eins nach Snowden die Netzpolitik weiterhin kein Thema für die Massen. Im Netz häufen sich zwar die Petitionen, hin und wieder gibt es Demos, doch die Mehrheit der Bürger scheint sich auf die Position "Ich habe doch eh nichts zu verbergen" zurückzuziehen.

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Das sei ein Problem, sagt Friedemann Karig. Der Medienwissenschaftler kritisiert in seinem Vortrag "Neue Narrative gegen die Überwachung" genau diese Einstellung.

Begriffe wie Datenschutz und Privatsphäre und auch George Orwells Roman 1984 seien veraltet, glaubt Karig. Die Politik und die Geheimdienste hätten sie längst unterwandert und viele Menschen schalteten bereits bei ihrer Erwähnung innerlich ab.

Um die Massen zu mobilisieren, bedarf es deshalb neuer Narrative, neuer Geschichten und Bilder, um die Überwachung im Alltag der Menschen sichtbar zu machen. Aus "Ich habe nichts zu verbergen" müsse etwa "Meine Geheimnisse sind heilig" werden. Denn wie die Forschung zeigt, sind die Menschen ohne Geheimnisse unglücklicher, während Überwachung zur oft unbewussten Selbstzensur und zu Konformitätsdruck führt.

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Zudem geht es darum, weniger langweilige Bilder im Kampf gegen die Überwachung zu finden. Sie dürfen auch polemisch sein, wenn das Thema damit griffiger für die Allgemeinheit oder auch die junge Youtube-Generation wird: "Überwachung macht impotent", heißt etwa der Untertitel von Karigs Vortrag.

Let's talk about Sex

Auch die beiden Bürgerrechtler Jillian C. York und Jacob Appelbaum greifen in einem Vortrag über die E-Mail-Verschlüsselungstechnik PGP auf ungewöhnliche Bilder zurück. PGP wird oft als kompliziert und wenig nutzerfreundlich bezeichnet. Genau dieses Vorurteil hindert viele Menschen daran, es einfach auszuprobieren.

Am Beispiel von Kampagnen zur sexuellen Aufklärung zeigen York und Appelbaum, wie Aktivisten dieses Thema einem breiteren Publikum näherbringen könnten. "Wir dürfen Menschen nicht ausschließen, die keine Technikfreaks sind", sagt Appelbaum.

Stattdessen müsse man genau diese Menschen erreichen, etwa mit neuer Open-Source-Software, die genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, mit Verschlüsselung, die leicht verständlich und benutzbar ist. Und mit Geschichten, die sie persönlich betreffen.

Darin liegt wohl die größte Hoffnung der diesjährigen Re:publica, die Johnny Haeusler in der Eröffnung als eine Gesellschaftskonferenz angekündigt hatte. Im Schatten der Überwachung erkennen die Netzexperten und Aktivisten, dass es ihre Aufgabe ist, ihr Wissen und mögliche Lösungen nicht nur sich gegenseitig, sondern dem Rest der Gesellschaft näherzubringen.

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 Netzpolitik: Der Widerstand gegen Überwachung wird radikaler
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KatrinTR 13. Mai 2014

Ich denke, dass die Überwachung Apps sind sehr wichtig heutzutage. Es gibt viele Eltern...

Anonymer Nutzer 09. Mai 2014

@TraxMAX Da bist du nicht der einzige. Genau dasselbe Problem beschreibe ich auch seit...

insidecpu 07. Mai 2014

einige ja und die mag ich nicht.

TTX 07. Mai 2014

Was ist das denn? Die Seite ist ja mal wahnsinnig Informativ...arbeiten die denn schon...

violator 07. Mai 2014

Politiker sind generell Proteste egal. Was haben die denn schon zu befürchten, wenn...



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