Selbstreplikation

Adrian Bowyer wollte schon als Kind eine sich replizierende Maschine bauen, die sich selbst verbessern kann. Doch erst im Jahr 2000 konnte seine Fakultät an der Universität von Bath durch ein staatliches Förderprogramm zwei 3D-Drucker kaufen - und Bowyer sah das Potenzial, seinen Traum zu verwirklichen. Denn bei kaum einer anderen Maschine liegt die Idee der Selbstreplikation so nahe. Die Umsetzung dauerte allerdings: Allein ein Jahr lag schon zwischen den ersten theoretischen Überlegungen und dem Beginn des Projektes.

Echte Schwierigkeiten gab es bei der Entwicklung nicht, nur dauerte es manchmal, bis funktionierende Lösungen gefunden wurden. So gab es eine ganze Reihe von Entwürfen für den Druckkopf, bestehend aus dem Extruder und der Filament-Zuführung, die getestet und wieder verworfen wurden, bis ein Entwurf zufriedenstellend funktionierte. Allerdings hält Bowyer auch das aktuelle Druckkopf-Design immer noch für verbesserungswürdig.

Die Softwareseite stellte kein Problem dar. Auch wenn es um 3D-Druck geht, spielt sich das meiste auf zweidimensionaler Ebene ab. Und für solche Operationen bietet die Informatik eine Vielzahl funktionierender Algorithmen an. Seine erste eigene Steuerung schrieb Bowyer übrigens mit Java. Python- und C++-basierende Steuerungsprogramme gab es erst später.

Der erste Reprap war keine Bastelei in einem dunklen Bastelkeller, sondern von Beginn an ein ernsthaftes, anwendungsorientiertes Forschungsprojekt eines Maschinenbau-Ingenieurs und seines Teams - ein Projekt, das Bowyer und den anderen vom ersten Moment an Spaß machte und ein Grundkonzept erbrachte, das Bowyer für fast perfekt hält: Obwohl immer mehr Menschen und Firmen mit dem Reprap und an ihm arbeiten, erwartet er keine revolutionären Veränderungen an der eigentlichen Konstruktion.

Woran geforscht wird

Viel zu tun ist hingegen noch bei den zu verarbeitenden Filament-Materialien. ABS und PLA können nur einen Bruchteil der potenziellen Anwendungsfälle abdecken. Es fehlt an gummiartigen, flexiblen Druckmaterialien wie auch stärker chemisch/thermisch/mechanisch belastbaren Materialien. Für Letzteres sind ton- oder keramikbasierte Filamente eine Option, auch wenn sie nach dem Druckvorgang noch gebrannt werden müssen. Die Entwicklung plastikähnlicher Filamente auf Basis biologischer Materialien, und nicht etwa Erdöl, steht ebenfalls ganz am Anfang.

Eng mit der Materialfrage verwandt ist die technologische Weiterentwicklung, um mit geringeren Schmelztemperaturen von unter 200 °C arbeiten zu können. Geringere Temperaturen bedeuten nicht nur einen geringeren Energieverbrauch, sondern auch einen sicheren Umgang mit den Geräten und weniger Probleme beim Druck.

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 Reprap: "Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"3D-Drucker für alle 
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g0r3 29. Apr 2014

Bereits vorher gab es übrigens Telefone. So wie der Computer in seinen Anfangszeiten.

Anonymer Nutzer 26. Apr 2014

Na, das war doch aber die letzten hundert Jahre so. Hat niemanden gejuckt. Heute läuft...

twogra 24. Apr 2014

Du musst dir ja keinen Kaufen ;) Ich habe Gestern irgendwo was von einen neuem Vermittler...

Yes!Yes!Yes! 24. Apr 2014

Ich habe ihn gelesen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wozu man denn so ein Teil...



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