Reparierbare Computer: EU-Recht auf Reparatur garantiert sieben Jahre Ersatzteile

Die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission haben sich auf neue Ökodesign-Regeln für Smartphones, Tablets, Mobiltelefone und schnurlose Telefone geeinigt. Erstmals müssen die Hersteller nun bestimmte Ersatzteile und Reparaturinformationen zur Verfügung stellen und Software-Updates gewährleisten. Die deutsche Bundesregierung, unter der Führung des BMWK und mit Unterstützung des BMUV, hatte sich in den Verhandlungen wiederholt für ambitionierte Vorgaben stark gemacht.
Die neuen Ökodesign-Anforderungen für Smartphones, Tablets, Mobiltelefone und schnurlose Telefone regeln erstmals deren Reparierbarkeit und schreiben die Verfügbarkeit von Ersatzteilen vor. So müssen die Hersteller Reparaturinformationen und bestimmte Ersatzteile wie Displays und Akkus für 7 Jahre zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus sollen Hersteller das Produkt künftig so gestalten, dass ein einfacherer Austausch von Komponenten möglich ist. Dadurch wird die Reparatur und die Wiederverwendung von gebrauchten Geräten erleichtert sowie das Recycling und die Ressourceneffizienz gestärkt. Zusätzlich sollen die Hersteller Software-Updates für 5 Jahre zur Verfügung stellen. Software-Updates dürfen gleichzeitig nicht dazu führen, dass die Hardware beeinträchtigt wird. Ferner werden die Rechte von Unternehmen, die Smartphones und Tablets professionell wiederaufbereiten, mit der neuen Verordnung gestärkt.
Microsoft und Apple halten sich daran
"Die Verhandlungen sind ein großer Erfolg und ein weiterer Schritt in Richtung einer gelebten Kreislaufwirtschaft, im Einklang mit dem Koalitionsvertrag" , sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. "Mit den neuen Verordnungen vereinfachen wir die Reparatur und die Wiederaufbereitung von Smartphones und Tablets und verlängern so ihre Nutzungsdauer."
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz BMUV hat FAQ zum Thema Recht auf Reparatur(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Dieses soll auf EU- und nationaler Ebene durchgesetzt werden und bündelt mehrere Richtlinien unter einem Sammelbegriff. Das Ziel soll es sein, technische Produkte wieder langlebiger zu machen und so den Ressourcenbedarf für deren Bau zu verringern.
Unternehmen wie Microsoft und Apple haben sich bereits im Vorfeld auf die EU-Richtlinien eingestellt. So bieten beide Unternehmen Ersatzteile für Macbooks und Surface-Geräte an. Zudem ist etwa das Surface Pro 9 nun auch reparierbar und wird nicht mehr zerstört, sobald das Display von der Schale getrennt wird. Konsumenten und Reparaturdienstleister können so einfacher und günstiger die Betriebsdauer ihrer Geräte durch Komponentenwechsel erhöhen. Dabei helfen online zugängliche Reparaturanleitungen, die Einzelteile und Bauschritte aufzeichnen.



