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Dekra: Reparatur von E-Autos kaum teurer als bei Verbrennern

Eine Auswertung der Dekra zeigt, dass die Reparaturkosten bei E-Autos nicht viel teurer sind, als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.
/ Mike Faust
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Zwei Elektroautos im Crashtest (Bild: Mercedes-Benz)
Zwei Elektroautos im Crashtest Bild: Mercedes-Benz

In einer von der Prüfgesellschaft Dekra und dem Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführten Befragung von 1.000 Autobesitzern, schätzten 56 Prozent der Befragten die Reparaturkosten für ein Elektroauto im Vergleich zu denen eines Verbrennerfahrzeugs als teurer oder wesentlich teurer ein. 30 Prozent der Teilnehmer gingen davon aus, dass die Kosten gleich blieben und 14 Prozent glaubten, dass diese niedriger seien.

Die Befragung wurde als Onlinestudie im Juni 2024 mit Autobesitzern durchgeführt, die selbst für die Reparatur und Wartung ihres Fahrzeuges zuständig sind, teilte die Dekra in einer Pressemitteilung am 2. September 2024(öffnet im neuen Fenster) mit.

Dem Ergebnis der Befragung wurde anschließend eine Auswertung von über 200.000 Schadengutachten der Dekra gegenübergestellt. Diese ergab, dass die Reparaturkosten bei Elektrofahrzeugen tatsächlich etwas höher ausfallen, aber nicht so hoch, wie gelegentlich behauptet wird.

Bernd Grüninger, Bereichsleiter Gutachten und Mitglied der Geschäftsleitung der Dekra Automobil GmbH, sagt dazu: "Wenn alle reparierten Verbrennerfahrzeuge mit allen reparierten Elektrofahrzeugen verglichen werden, ist das der sprichwörtliche Vergleich von Äpfeln und Birnen."

Zusätzliche Arbeiten bei Elektroautos

Tatsache ist laut Grüninger, dass die Flotte an Elektrofahrzeugen deutlich jünger ist, als der durchschnittliche Verbrenner. Unabhängig von der Antriebsart, bedeute ein junges Alter mehr verbaute elektronische Fahrassistenzsysteme und Sensorik, die allein schon für höhere Reparaturkosten verantwortlich sind.

Aus diesem Grund verglich die Dekra bei der Auswertung der Schadengutachten lediglich bis zu drei Jahre alte Verbrenner- und Elektrofahrzeuge miteinander. Im Durchschnitt lagen die Reparaturkosten bei E-Autos um 10 Prozent höher. "Es geht also keineswegs um Unterschiede von 30 oder 40 Prozent, die auch immer wieder durch die Kfz-Branche geistern" , so Grüninger.

Als Gründe für höhere Kosten werden unterschiedliche Faktoren genannt. So soll es Betriebe geben, die für Elektrofahrzeuge höhere Stundensätze mit der Begründung abrechnen, dass ihre Mitarbeiter eine zusätzliche Qualifikation für E-Autos benötigten. Es seien auch zusätzliche Arbeiten, wie das Spannungsfrei-schalten des Fahrzeuges, nötig, wodurch die Reparaturkosten höher ausfielen.

Die Dekra schließt ihre Mitteilung mit den Worten: "Wenn ein Stoßfänger zu tauschen ist, spielt die Antriebsart nicht die entscheidende Rolle. Wenn aber am Elektrofahrzeug zum Beispiel die Antriebsbatterie beschädigt ist, hat das natürlich gravierende Auswirkungen auf den Reparaturaufwand."

Im Oktober 2023 bescheinigte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Elektroautos nach Unfällen um bis zu 35 Prozent höhere Reparaturkosten .


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