Ren Zhengfei: Wirtschaftsminister Altmaier trifft Huawei-Gründer

Außerplanmäßig und vertraulich wird der Bundeswirtschaftsminister sich mit Ren Zhengfei unterhalten. Der Huawei-Gründer wehrt sich gegen die Anschuldigungen und den Boykott aus den USA.

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Huawei-Chef Ren Zhengfei spricht in Shenzhen.
Huawei-Chef Ren Zhengfei spricht in Shenzhen. (Bild: Huawei)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) trifft sich bei seiner dreitägigen China-Reise auch zu einem vertraulichen Gespräch mit dem Gründer und Chef des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei, Ren Zhengfei. Das erfuhr das Handelsblatt aus Berliner Regierungskreisen. Laut dem öffentlichen Programm des Ministers war ein solches Treffen bislang nicht vorgesehen. Das Treffen soll an diesem Freitag stattfinden.

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Altmaier trifft sich mit seinen Amtskollegen Miao Wei und Zhong Shan sowie mit He Lifeng, dem Chef der chinesischen Planungsbehörde NDRC (National Development and Reform Commission). Zudem ist ein Treffen mit Vize-Ministerpräsident Liu He geplant, dem Verhandlungsführer der Chinesen im Handelskrieg mit den USA.

Broadcom verliert 2 Milliarden US-Dollar wegen Trump

Ren prognostiziert in dieser Woche für die nächsten zwei Jahre einen Umsatzrückgang von rund 30 Milliarden US-Dollar unter die Prognosen. Das entspricht in diesem Jahr 5 Milliarden US-Dollar. Der Telekommunikationsausrüster und Smartphone-Hersteller werde in ein paar Jahren gestärkt aus den Angriffen hervorgehen, betonte Ren. Huawei werde nicht mehr mit Komponenten versorgt, sei nicht mehr Teil mehrerer internationaler Organisationen und könne mit einigen Universitäten nicht mehr zusammenarbeiten, sagte der Huawei-Chef.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium kündigte an, alle Geschäfte zu unterbinden, die "ein Risiko für die USA darstellten" und setzte Huawei auf eine schwarze Liste, die sogenannte Entity List. Belege für die vermeintliche Sicherheitsbedrohung wurden nicht vorgelegt. Die Anordnung ist zwar für 90 Tage ausgesetzt, Huawei wird jedoch bereits nicht mehr mit Chips aus den USA beliefert, etwa von Broadcom. Broadcom hat am vergangenen Freitag prognostiziert, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China und das Verbot, Geschäfte mit Huawei zu tätigen, den Umsatz des Unternehmens in diesem Jahr um 2 Milliarden US-Dollar schmälern würden.

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