Remove Debris: Europäer schießen mit Harpune auf Weltraumschrott

Um Schrott aus der Erdumlaufbahn zu entfernen, haben sich europäische Wissenschaftler in Kooperation mit Airbus ein kreatives Konzept einfallen lassen: Sie wollen alte Satelliten und anderen Weltraumschrott mit einer Harpune aufspießen. Ein erster Test verlief erfolgreich.

Artikel veröffentlicht am ,
Treffer: Die Harpune hat das Satellitenteil durchbohrt, es hängt an der Fangleine.
Treffer: Die Harpune hat das Satellitenteil durchbohrt, es hängt an der Fangleine. (Bild: Surrey Space Centre/Screenshot: Golem.de)

Weg mit dem Weltraumschrott: Das europäische Projekt Remove Debris hat sich der Beseitigung ausrangierter Satelliten und anderer Schrottteile im Orbit verschrieben. Die Wissenschaftler haben im vergangenen Jahr einen Satelliten von der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) aussetzen lassen, mit dem sie verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, Schrottteile einzufangen.

Gerade hat das Team eine Harpune getestet, die vom europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gebaut wurde. Dazu hatte der Satellit einen 1,5 Meter langen Ausleger ausgefahren, an dem ein Teil eines Satelliten hing. Der Satellit schoss die Harpune mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde (72 Kilometer pro Stunde) auf die Platte.

Die Harpune durchbohrte sie und zeigte so, dass es möglich ist, auf diese Weise Trümmerteile einzufangen. "Dies ist das anspruchsvollste Experiment von Remove Debris, und die Tatsache, dass es ein Erfolg war, ist ein Beweis für alle Beteiligten", kommentierte Guglielmo Aglietti, Leiter des Surrey Space Centre an der Universität von Surrey.

Der etwa 100 Kilogramm schwere Satellit des Projekts ist mit mehreren Systemen für das Einfangen von Schrottteilen ausgestattet. Die Harpune war das dritte. Das erste war ein Netz, mit dem der Satellit einen anderen einfing. Den Satelliten, einen Cubesat, hatte er zuvor für das Experiment ausgesetzt.

Beim zweiten Experiment testete Remove Debris ein optisches Navigationssystem mit Lidar und Farbkameras. Damit sollen künftig Räumsatelliten Entfernung, Richtung und Geschwindigkeit eines einzufangenden Weltraummüllteils bestimmen. Das letzte Experiment soll im kommenden Monat stattfinden: Dann wird der Satellit ein Segel entfalten, das ihn in Richtung der Erdatmosphäre zieht, wo er verglühen wird.

In den verschiedenen Orbits um die Erde sind zehntausende Objekte mit einem Gesamtgewicht von etwa 7.600 Tonnen unterwegs. Das US Space Surveillance Network beobachtet ständig rund 40.000 Objekte. Die ISS muss immer wieder Schrottteilen ausweichen. Entsprechend arbeiten viele an Konzepten, um das Problem einzudämmen.

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Flasher 19. Feb 2019

Ein fetter Elektromagnet wäre auch eine Idee, blöderweise besteht aber Weltraumschrott...

Flasher 19. Feb 2019

Zumal die Entfernung von 1.5 m völlig unrealistisch ist. In der Praxis wird man wohl...

Hoerli 19. Feb 2019

Aber dann fangen doch wieder Leute an zu schreien, da sie eine Spinne am Himmel sehen und...



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