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Remora: Zwei private Raumfahrzeuge treffen sich im Orbit

Die Mission wurde in weniger als einem Jahr vom Konzept zur Realität. Mit der entsprechenden Software gelang die Annäherung zweier Satelliten .
/ Patrick Klapetz
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Aufnahmen der Annäherung an den Mira-Satelliten (Bild: Starfish Space, Impulse Space)
Aufnahmen der Annäherung an den Mira-Satelliten Bild: Starfish Space, Impulse Space

Zwei kommerzielle Raumfahrzeuge haben kürzlich ein Rendezvous-Manöver in der Erdumlaufbahn durchgeführt. Die beiden Mira-Orbitaltransferfahrzeuge haben in etwa die Größe eines Geschirrspülers und werden vom US-Unternehmen Impulse Space(öffnet im neuen Fenster) betrieben.

Die Software für das Treffen im Orbit stammt von Starfish Space. Mit dem zuvor geheim gehaltenen Manöver unter dem Namen Remora demonstrierten die beiden Firmen, wie zukünftige Satellitenwartungsmissionen aussehen könnten.

Mit der autonomen RPO-Technik (Rendezvous Proximity Operations) näherte sich einer der beiden Mira-Satelliten auf einen Abstand von nur 1.250 Metern an den anderen an. "Historisch gesehen erforderten RPO-Missionen große Raumfahrzeuge mit mehreren komplexen Sensoren. Remora verfolgte einen anderen Ansatz und arbeitete nur mit einer einzigen Kamera im visuellen Bereich als einziger Sensor" , hieß es in einer Stellungnahme zu der Mission.

Ablauf des Manövers

Dafür wurde einer der Satelliten mit einer einzigen, leichten Kamera und der GNC-Software von Starfish ausgestattet, die zur Navigation und Steuerung eingesetzt wird.

Die enge Annäherung erfolgte Ende Oktober 2025 mithilfe der beiden Programme Cetacean und Cephalopod, die auf einem Peripherie-Flugcomputer laufen und zusammen ein vollständiges autonomes RPO- und Andocksystem liefern.

Das Manöver dauerte mehrere Stunden. Während des autonomen Rendezvous wurden die von einer Bordkamera aufgenommenen Bilder kontinuierlich von der Computer-Vision-Software Cetacean verarbeitet, um Echtzeit-Positionsschätzungen zu erstellen. Diese wurden dann verwendet, um optimale Flugbahnen zu berechnen und die Triebwerke entsprechend zu zünden.

Während neue Bilder aufgenommen wurden, wiederholte sich der Prozess in einem geschlossenen Kreislauf, der eine vollständig autonome Steuerung während des gesamten Manövers ermöglichte.

Die veröffentlichten Fotos zeigen den zweiten Mira-Satelliten in einer Entfernung von zehn, 6,5 und zwei Kilometern sowie bei der größten Annäherung von 1.250 Metern. Vom eigentlichen Konzept bis zur Umsetzung brauchten die Unternehmen neun Monate.


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