Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Rekordjahr: ASMLs Umsatz steigt, aber erstmals stehen Entlassungen bevor

Trotz rückläufiger Zahlen bei den Maschinenverkäufen stieg ASMLs Umsatz 2025. KI treibt die Verkäufe an, trotzdem sollen rund 1.700 Mitarbeiter gehen.
/ Johannes Hiltscher
11 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
ASML-Logo am Stammsitz in Veldhoven (Bild: ASML)
ASML-Logo am Stammsitz in Veldhoven Bild: ASML

Die Bilanz des weltweit wichtigsten Lithografiemaschinenherstellers ASML kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das Jahr 2025 war mit einem Plus von rund 16 Prozent bei den Verkäufen keine Ausnahme, wie der Bericht für 2025 (Präsentation, PDF)(öffnet im neuen Fenster) zeigt. Umsatztreiber ist auch bei ASML der KI-Boom: Er führte zu einer Steigerung des Wafer-Bedarfs, die deutlich über dem langjährigen Trend liegt. Die Nachfrage wachse hier zwei- bis dreimal so schnell wie im restlichen Halbleitermarkt, so der Hersteller.

Dabei verkaufte ASML sogar weniger Maschinen als 2024: Die Neuverkäufe sanken von 418 auf 327. Der Rückgang betraf allerdings lediglich die älteren Systeme ohne Immersion mit Argon- und Kryptonfluorid (ArF und KrF) sowie I-Line. Bei EUV- und ArF-Immersionsbelichtern hingegen stiegen die Verkäufe, EUV-Belichter machen mittlerweile fast die Hälfte des Umsatzes aus.

Da diese Maschinen wesentlich teurer sind als die älteren Systeme, konnten sie deren Rückgang ausgleichen. Insgesamt lag der Umsatz bei 32,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn bei 9,6 Milliarden Euro. Sein Aktienrückkaufprogramm setzt ASML fort. Für 2026 wird eine weitere Steigerung erwartet.

High-NA nimmt Fahrt auf

ASML weist es nicht explizit aus, hat aber offensichtlich mehr EUV-Systeme mit hoher numerischer Apertur (High-NA) verkauft: Der Wert der Verkäufe an Kunden, die Logikhalbleiter herstellen, stieg um 22 Prozent, während lediglich 9 Prozent mehr EUV-Belichter verkauft wurden.

Das erste High-NA-System wurde zudem mittlerweile vom Kunden, mutmaßlich Intel , abgenommen. Auch Meterologie gewinnt für ASML an Bedeutung, die Verkäufe stiegen hier um 28 Prozent. Eine permanente Kontrolle der Wafer in der Fertigung und die Integration der Daten mit den Maschinen ist von fundamentaler Bedeutung für die schnelle Behebung von Fehlern .

Seitens der Speicherhersteller gingen die Aufträge leicht zurück, dafür konnte ASML bei der Wartung installierter Maschinen deutlich zulegen. Hier stieg der Umsatz um 26 Prozent. Aufträge aus China gingen im Jahresvergleich um rund 10 Prozent zurück.

Hierarchieabbau geplant

Trotz der guten Zahlen kündigte ASML an, bis zu 1.700 Mitarbeiter entlassen zu wollen, knappe 4 Prozent der Belegschaft. Deren Zahl gibt ASML für 2025(öffnet im neuen Fenster) mit "über 44.000 Vollzeitbeschäftigten" an.

Bei der genannten Zahl von 1.700 wegfallenden Stellen handelt es sich allerdings um eine vorläufige Schätzung. Für die geplanten Entlassungen nennt ASML in einem öffentlichen Schreiben an die Mitarbeiter(öffnet im neuen Fenster) zwei Gründe: Zunächst einmal wolle man die in den vergangenen Jahren gewachsene Hierarchie vereinfachen. Das solle Entscheidungen erleichtern, Abläufe beschleunigen und Ingenieuren mehr Zeit geben, an ihren Projekten zu arbeiten, was viele eingefordert hätten. Entsprechend sollen Stellen im mittleren Management wegfallen, während neue für Entwickler geschaffen werden, unter anderem am geplanten neuen Standpunkt in Eindhoven. Die meisten Ingenieure sollen künftig zudem nur noch an einem Produkt oder Modul arbeiten.

Den größeren Anteil dürfte allerdings die geplante Optimierung der IT haben. Hier ist ASML sehr unkonkret, es ist lediglich von Streamlining die Rede, was durchaus auch eine zumindest teilweise Auslagerung bedeuten könnte.


Relevante Themen