Rekordgewinn dank KI-Hardware: Gaming wird bei Nvidia zum Nischensegment
Eine wirkliche Überraschung ist Nvidias veröffentlichter Bericht für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2027(öffnet im neuen Fenster) nicht: Die Umsätze liegen wegen des KI-Booms mit 81,6 Milliarden US-Dollar wieder einmal über denen des Vorquartals und den eigenen Erwartungen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Plus von 85 Prozent.
Zwar stiegen auch die Ausgaben um 52 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar, an der Bruttomarge vermag das aber nicht zu kratzen. Die bleibt mit 74,9 Prozent auf hohem Niveau. Dass Nvidia in den Präsentationsfolien (PDF)(öffnet im neuen Fenster) lediglich das Segment Data Center zeigt, ist auch keine Neuigkeit mehr. Allerdings hat der Konzern eine neue Aufschlüsselung eingeführt.
Getrennt wird nicht mehr zwischen Umsatz mit CPUs und GPUs (Compute) und Netzwerk-Hardware, sondern nach Hyperscalern und sonstigen Kunden für Rechenzentrumsprodukte. Mehr als die Hälfte des Umsatzes macht Nvidia im Segment Data Center allein mit Hyperscalern wie AWS oder Google, Tendenz steigend.
Gaming verschwindet im Edge-Segment
Wie unwichtig das Gaming-Segment geworden ist, das das Unternehmen einst groß machte, zeigt sich beim Blick auf den Umsatztrend (PDF)(öffnet im neuen Fenster): Nvidia fasst es mit professioneller Visualisierung, Automotive- und OEM-Segment zu Edge Computing zusammen.
Auch hier steht in der Beschreibung KI an erster Stelle. Beschrieben wird das neue Segment mit "Geräte für agentische und physische KI inklusive PCs, Spielekonsolen, Workstations, KI-RAN-Basisstationen, Robotik und Automotive". Mit einem Plus von knapp zehn Prozent entwickelte sich der Umsatz dieses Bereichs etwas besser als in den Vorquartalen.
Das gesamte neue Segment macht dennoch weniger als acht Prozent des Gesamtumsatzes aus. Gaming-Hardware hatte zuletzt einen Anteil von knapp 5,5 Prozent am Gesamtumsatz.
Nvidia begründet die Umstellung damit, dass die neue Aufschlüsselung die aktuellen und künftigen Wachstumstreiber besser wiedergebe. Der Quartalsbericht weist zudem fast 16 Milliarden US-Dollar an Gewinnen durch Wertsteigerungen bei Nvidias vielfältigen Beteiligungen an anderen Unternehmen aus.
An den deutlich gestiegenen Einnahmen pro Aktie will Nvidia die Anleger erstmals nennenswert beteiligen. Nachdem die Dividende zuletzt bei nur einem US-Cent lag, wurde sie auf 25 US-Cent pro Aktie erhöht.
Zudem legte Nvidia ein neues 80 Milliarden US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm auf. Es ergänzt ein bestehendes Programm, in dessen Rahmen noch rund 39 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe zur Verfügung stehen. Im letzten Quartal gab Nvidia fast 20 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe aus.
Weiter rasante Umsatzsteigerungen erwartet
Auch für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2027 rechnet Nvidia wieder mit einem Umsatzplus von über zehn Prozent. Die Bruttomarge soll bei rund 75 Prozent bleiben, die Ausgaben sollen leicht steigen. Mit dem Start der neuen Vera-Rubin-Plattform werden noch deutlichere Umsatzsteigerungen erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Steuersatz von 16 Prozent (GAAP-Buchführung).
Den chinesischen Markt scheint Nvidia abgeschrieben zu haben. Umsätze in der Volksrepublik rechnet das Unternehmen nicht in die Prognose ein. Dem Nachrichtensender CNBC(öffnet im neuen Fenster) sagte CEO Jensen Huang, dass man diesen Markt "größtenteils Huawei überlassen" habe. Huang bestätigt damit Berichte, dass Nvidia nach dem zeitweiligen Exportverbot in der Volksrepublik nicht wieder Fuß fassen konnte.
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