Rekordergebnis: Samsungs 19-fache Gewinnsteigerung überzeugt Anleger nicht
Der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung hat eine 19-fache Gewinnsteigerung für das zweite Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum prognostiziert. Wie unter anderem Reuters(öffnet im neuen Fenster) berichtet, wird ein operativer Gewinn von 89,4 Billionen Won erwartet, was 51,37 Milliarden Euro entspricht.
Damit liegt die Gewinnerwartung leicht über dem zuvor von Analysten erwarteten Wert und würde den höchsten Quartalsgewinn in der Geschichte Samsungs bedeuten. Samsung zufolge(öffnet im neuen Fenster) wäre dieses Ergebnis mehr als die Gewinne der vergangenen 40 Jahre zusammengenommen. Getrieben wird der Profit durch das Halbleitergeschäft von Samsung und die starke Nachfrage nach RAM und Speicher.
Samsung profitiert als einer von drei großen südkoreanischen Speicherherstellern vom KI-Boom, der für Rechenzentren immer mehr Speicher benötigt. Dadurch stiegen die Preise stark, weshalb der Gewinn im Vergleich zum letzten Jahr förmlich explodierte. Seit einiger Zeit stellen aber Analysten auch die Frage, wann diese KI-Blase platzen könnte.
Kurs fällt trotz Rekordgewinn
Dies fragen sich offenbar auch die Anleger von Samsung: Der Kurs sank nach Bekanntgabe der Gewinnerwartung um bis zu 10,6 Prozent. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels verzeichnete Samsungs Börsenkurs ein Minus von knapp sieben Prozent.
Mit dafür verantwortlich sein dürfte auch, dass die Umsatzerwartung mit 171 Billionen Won (98,25 Milliarden Euro) knapp unter den erwarteten 172,181 Billionen Won lag. Auch die Kurse der südkoreanischen Chipkonkurrenten SK Hynix und Micron sanken.
Der Golem-Blick
Samsung prognostiziert einen unfassbar klingenden Rekordgewinn – das klingt erst einmal nach einer starken Schlagzeile für den südkoreanischen Hersteller. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Samsungs Gewinn ist stark abhängig von der Nachfrage nach Speicher; entsprechend fraglich ist, wie nachhaltig derartige Zahlen sind.
Die Anleger scheinen im Hinterkopf zu haben, dass es unter anderem in den USA mittlerweile massive Gegenwehr von Anwohnern beim Bau von KI-Rechenzentren gibt. Auch steht die Frage im Raum, wann es nicht mehr ausreichend KI-Rechenleistung gibt (falls dieser Zeitpunkt nicht schon erreicht ist). Anders als Micron und SK Hynix zerstört sich Samsung mit den hohen Speicherpreisen zudem andere Teile seines Geschäfts – etwa durch steigende Preise bei Smartphones, deren Produktion teurer wird. Und am Ende könnte Anleger auch die Aussicht auf noch folgende hohe Bonuszahlungen an Samsung-Mitarbeiter verunsichert haben, die den Gewinn um einige Milliarden drücken werden.
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